Wisente: Ein Artenschutzprojekt im Kaukasus
Die Reise der Wisente
Achtzehn Wisente aus Deutschland sind in den Kaukasus nach Aserbaidschan gebracht worden. Zwölf Tiere stammen aus dem Tierpark Berlin, sechs weitere aus einem Wisentprojekt im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen. Die Tiere wurden mit einem Frachtflugzeug und Lastwagen transportiert. Im Shadagh-Nationalpark bleiben sie zunächst in einem Auswilderungsgehege, bevor sie in die Freiheit entlassen werden. Dieser Umzug ist die größte einzelne Umsiedlung seit Beginn des Projekts im Jahr 2019.
Die Bedeutung des Projekts
Wisente waren früher in ganz Europa verbreitet, wurden aber im 19. und frühen 20. Jahrhundert fast ausgerottet. Sie überlebten nur in zoologischen Einrichtungen. Durch Schutz- und Zuchtprogramme gibt es heute wieder rund 10.000 Wisente weltweit. Das Projekt von WWF und Tierpark Berlin hat bereits 64 Wisente nach Aserbaidschan gebracht. Im Jahr 2025 wurden neun Kälber geboren, sodass jetzt rund 90 Wisente im Nationalpark leben.
Der Lebensraum der Wisente
Der Shadagh-Nationalpark bietet ideale Bedingungen für Wisente. Er ist eines der größten Schutzgebiete im Kaukasus und hat verschiedene Landschaften wie Berge, Wälder und offene Flächen. Wisente sind die größten Landsäugetiere Europas und wiegen bis zu 1000 Kilogramm. Sie leben in Herden und fressen Gras, Laub, Baumrinde und Sträucher. Ein ausgewachsener Wisent braucht etwa 60 Kilogramm Nahrung pro Tag.
Warum ist der Kaukasus wichtig?
Der Kaukasus hat eine extrem hohe biologische Vielfalt. Neben Wisenten leben dort auch die letzten Leoparden Europas, Braunbären, Wölfe und Luchse. Die Rückkehr der Wisente hilft, die Biodiversität zu erhalten. Projektleiter Aurel Heidelberg betont, dass dies ein wichtiger Beitrag zu nationalen und internationalen Naturschutzzielen ist.