Berlin zieht Olympia-Bewerbung zurück: Gründe und politische Reaktionen
Berlin beendet Olympia-Pläne vor DOSB-Entscheidung
Berlin wird seine Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 zurückziehen. Die Entscheidung fiel kurz vor der Abstimmung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die am kommenden Samstag stattfinden soll. Der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU), die Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und der Olympia-Beauftragte Kaweh Niroomand hatten zuvor beraten. Zunächst hatte der Tagesspiegel über den Rückzug berichtet.
Schlechte Bewertung und fehlende Bürgerbeteiligung
Eine Evaluierungskommission des DOSB hatte die Bewerbungen der drei Kandidaten geprüft. München und KölnRheinRuhr erhielten mit 87 bzw. 85 von 100 Punkten die Note „sehr gut“. Berlin erreichte nur 74,6 Punkte und damit die Note „gut“. Ein entscheidender Kritikpunkt war das Fehlen einer Volksabstimmung in Berlin. Während in München und KölnRheinRuhr die Bevölkerung befragt wurde, gab es in Berlin lediglich eine Zustimmung des Abgeordnetenhauses. Olympia-Gegner hatten jedoch eine Volksinitiative gegen die Bewerbung gestartet.
Politische Kontroversen nach der Entscheidung
Die Reaktionen auf den Rückzug fielen unterschiedlich aus. Stefan Evers (CDU) kritisierte die Spitzenkandidatin der Linken, Elif Eralp, und machte sie indirekt für die Absage verantwortlich. Evers betonte, dass Berlin durch den Rückzug „Milliarden-Zuschüsse“ für Sport, Infrastruktur und Stadtentwicklung verpasse. Kristin Brinker (AfD) bedauerte die Entscheidung und verwies auf die positiven Auswirkungen von Olympischen Spielen auf Metropolen. Tobias Schulze (Linke) hingegen begrüßte den Rückzug und erklärte, dass der schwarz-rote Senat für das Scheitern verantwortlich sei. Die Linke argumentiert, dass Berlin sich die Spiele schlicht nicht leisten könne.