Bundespolizei 2025: Zwischen sinkender Kriminalität und zunehmender Gewalt
Die Rolle der Bundespolizei im deutschen Sicherheitsgefüge
Die Bundespolizei ist eine zentrale Säule der inneren Sicherheit in Deutschland. Sie ist zuständig für die Überwachung von Bahnhöfen, Flughäfen und Grenzen sowie für Aufgaben wie Fahndungen, Rückführungen und die Abwehr von Drohnen. Im Jahresbericht 2025 zieht die Behörde eine ambivalente Bilanz: Während die Gesamtkriminalität rückläufig ist, verzeichnet sie einen besorgniserregenden Anstieg der Gewaltbereitschaft.
Kriminalitätsentwicklung: Licht und Schatten
Im Jahr 2025 registrierte die Bundespolizei rund 604.700 Straftaten, was einem Rückgang von 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Hauptgrund für diesen Rückgang liegt in der deutlichen Abnahme der Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz, die um 21,4 Prozent auf knapp 194.700 Fälle sanken. Trotz dieser positiven Entwicklung stieg die Zahl der Gewaltdelikte um 4,2 Prozent auf etwa 35.400 Fälle. Besonders alarmierend ist die Zunahme der Angriffe auf Einsatzkräfte: 3185 Bundespolizisten wurden im Dienst angegriffen, ein Anstieg von 7,4 Prozent. Mehr als die Hälfte der Angreifer stand unter dem Einfluss berauschender Mittel.
Grenzkontrollen und ihre Auswirkungen
Ein zentrales Thema des Jahresberichts sind die Grenzkontrollen. Seit September 2024 führt die Bundespolizei systematische Kontrollen an allen deutschen Landesgrenzen durch. Diese Maßnahmen wurden im Mai 2025 weiter intensiviert, um auch Asylsuchende zurückweisen zu können. Die Bundespolizei verzeichnete 2025 fast 63.000 unerlaubte Einreisen, etwa 25 Prozent weniger als im Vorjahr. Bundespolizeipräsident Dieter Romann führt diesen Rückgang auf die Signalwirkung der Kontrollen sowie auf sinkende Migrationszahlen aus Ländern wie Afghanistan, Syrien und der Ukraine zurück. Kritiker, insbesondere die Grünen, bemängeln jedoch, dass die dauerhaften Kontrollen die Bundespolizei überlasten und an anderen Einsatzorten wie Bahnhöfen und Flughäfen fehlen.
Herausforderungen bei Rückführungen
Ein weiteres zentrales Thema ist die Durchführung von Rückführungen. Die Bundespolizei unterstützte 2025 die Länder bei der Rückführung von knapp 24.000 Personen, was einer Steigerung von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Allerdings waren ursprünglich rund 58.800 Rückführungen geplant. Fast 34.900 dieser geplanten Rückführungen scheiterten bereits vor der Übergabe an die Bundespolizei. Selbst nach Übernahme durch die Bundespolizei wurden 1353 Rückführungen abgesagt, unter anderem wegen der Verweigerung von Transportunternehmen, mangelnder Kooperation der Zielstaaten oder kurzfristigen gerichtlichen Entscheidungen. Innenminister Alexander Dobrindt betonte dennoch die Erfolge der Migrationspolitik und dankte den Einsatzkräften für ihre Arbeit.
Politische und gesellschaftliche Implikationen
Die Entwicklungen des Jahres 2025 werfen grundsätzliche Fragen zur Ausrichtung der Bundespolizei auf. Während die Behörde die Erfolge der Grenzkontrollen hervorhebt, kritisieren Oppositionspolitiker, dass die Bundespolizei zunehmend als „Migrationspolizei“ instrumentalisiert werde. Dies lenke von anderen wichtigen Aufgaben wie der Bekämpfung organisierter Kriminalität und der Gewährleistung der Sicherheit im öffentlichen Verkehr ab. Die Zunahme der Gewalt gegen Polizeibeamte unterstreicht zudem die wachsenden Herausforderungen, denen sich die Einsatzkräfte gegenübersehen. Die Bundespolizei steht somit vor der Aufgabe, ihre Ressourcen effizient einzusetzen, um sowohl den Grenzschutz als auch die Sicherheit im Inland zu gewährleisten.