Curaçao: Vom Underdog zum WM-Teilnehmer
Ein historischer Moment für Curaçao
Curaçao, eine kleine Karibikinsel mit nur 150.000 Einwohnern, hat sich zum ersten Mal für eine Fußball-Weltmeisterschaft qualifiziert. Das Land ist der kleinste WM-Teilnehmer aller Zeiten und löst damit Island ab. Die Mannschaft, genannt die "Blaue Welle", hat in der Qualifikation kein Spiel verloren. Besonders das letzte Spiel gegen Jamaika war dramatisch: Ein Elfmeter wurde durch den Video-Schiedsrichter zurückgenommen, und Curaçao rettete ein Unentschieden.
Die Rolle des Fußballs auf der Insel
Fußball ist auf Curaçao nicht der beliebteste Sport. Baseball hat hier eine lange Tradition, und viele erfolgreiche Baseballspieler stammen von der Insel. Dennoch hat die WM-Qualifikation dem Fußball einen neuen Aufschwung gegeben. Die Stadien waren bei den Heimspielen voll, und die ganze Nation fieberte mit. Die Hauptstadt Willemstad, deren historisches Zentrum zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, war nach der Qualifikation in Feierstimmung.
Die Mannschaft: Eine besondere Mischung
Die meisten Spieler der Nationalmannschaft von Curaçao kommen aus den Niederlanden. Das liegt an der historischen Verbindung: Curaçao war eine niederländische Kolonie und ist heute noch Teil des Königreichs der Niederlande. Viele Spieler haben niederländische Wurzeln, aber eine emotionale Bindung zur Insel. Sie sprechen oft Papiamento, die Landessprache, und verbringen regelmäßig Urlaub auf Curaçao. Trainer Dick Advocaat, einer der erfahrensten Trainer der Welt, führt das Team an.
Herausforderungen vor der WM
Kurz vor der WM gab es Turbulenzen im Team. Trainer Dick Advocaat trat zunächst wegen der schweren Erkrankung seiner Tochter zurück. Sein Nachfolger Fred Rutten verlor die ersten beiden Spiele, woraufhin Advocaat zurückkehrte. Mit 78 Jahren wird er der älteste WM-Trainer aller Zeiten. Die Mannschaft trifft in der Gruppenphase auf starke Gegner wie Deutschland, Ecuador und die Elfenbeinküste. Dennoch hofft das Team, mit ihrer Mentalität und ihrem Willen in die nächste Runde einzuziehen.