Deutschlands Sicherheitslücke: Warum die Absage der USA ein Problem ist
Der ursprüngliche Plan: US-Waffen für Deutschland
Deutschland wollte US-amerikanische Tomahawk-Marschflugkörper stationieren, um seine Abschreckungsfähigkeit zu stärken. Diese Waffen haben eine Reichweite von bis zu 2500 Kilometern und könnten im Ernstfall russisches Territorium erreichen. Zum Vergleich: Die deutschen Taurus-Marschflugkörper haben nur eine Reichweite von 500 Kilometern. Die Stationierung der US-Waffen sollte eine Übergangsphase überbrücken, bis europäische Alternativen entwickelt sind.
Die Absage aus den USA und ihre Folgen
Der Plan wurde 2024 von Olaf Scholz und Joe Biden vereinbart, doch der neue US-Präsident Donald Trump hat ihn gestoppt. Trump reagierte damit auch auf Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz am US-Einsatz im Iran-Krieg. Zusätzlich kündigte Trump den Abzug von 5000 US-Soldaten aus Deutschland an. Für Deutschland bedeutet das eine erhebliche Sicherheitslücke, da nun wichtige Fähigkeiten für Präzisionsschläge fehlen.
Die russische Bedrohung und Europas Abhängigkeit
Russland hat in der Exklave Kaliningrad Iskander-Raketen stationiert, die nuklear bestückt werden können. Diese Raketen können Berlin und andere europäische Städte erreichen. Zudem sind in Belarus russische Mittelstreckenraketen vom Typ "Oreschnik" stationiert. Europa ist bei der Verteidigung gegen solche Bedrohungen weiterhin stark von den USA abhängig. Zwar arbeitet Deutschland an eigenen Projekten wie der "European Long-Range Strike Approach" (ELSA), doch diese Waffen werden erst Mitte der 2030er Jahre verfügbar sein.
Mögliche Lösungen für Deutschland
Verteidigungsminister Boris Pistorius sucht nach schnellen Lösungen. Eine Option ist der Kauf von US-Waffen wie den Tomahawk-Marschflugkörpern oder der Startrampe "Typhon". Allerdings haben die USA selbst einen erhöhten Bedarf aufgrund des Iran-Kriegs. Eine andere Möglichkeit sind Langstrecken-Drohnen, die Deutschland gemeinsam mit der Ukraine entwickeln will. Diese Drohnen wären günstiger und könnten Ziele in bis zu 1500 Kilometern Entfernung treffen.