DFB kämpft gegen Abwanderung talentierter Fußballer
Talentierte Spieler mit doppelter Staatsbürgerschaft
In Deutschland werden viele junge Fußballtalente ausgebildet. Einige dieser Spieler besitzen eine doppelte Staatsbürgerschaft. Das gibt ihnen die Möglichkeit, sich zwischen zwei Nationalmannschaften zu entscheiden. Viele dieser Spieler haben ihre gesamte fußballerische Ausbildung in Deutschland absolviert. Dennoch entscheiden sich einige von ihnen, für andere Länder wie die Türkei, die USA oder Kroatien zu spielen.
Gründe für die Entscheidung gegen Deutschland
Der DFB beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig erklärt, dass mehr als 40 Prozent der Kinder unter fünf Jahren in Deutschland einen Migrationshintergrund haben. Diese Kinder können später für verschiedene Länder spielen. Rettig betont, dass die Entscheidung der Spieler nicht nur aus sportlichen Gründen fallen sollte. Emotionale und familiäre Gründe spielen ebenfalls eine große Rolle.
Der Plan des DFB: Ausbildungsentschädigung
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat der DFB einen Plan entwickelt. Es soll eine "Ausbildungsentschädigung" eingeführt werden. Diese Entschädigung soll die Kosten für die Ausbildung der Spieler decken. Vereine, die Spieler ausbilden, sollen dafür entschädigt werden. Das Geld soll dann wieder in die Jugendarbeit investiert werden.
Rettig sagt: "Ausbildung muss sich lohnen. Und zwar für den, der ausgebildet wird und für den Ausbilder." Er hofft, dass so mehr Vereine in die Ausbildung investieren und weniger Spieler von anderen Nationalverbänden abgeworben werden. Besonders kritisiert er, dass einige Verbände mehr in Scouting investieren als in die eigene Nachwuchsarbeit.
Emotionale Bindung und Identifikation
Rettig appelliert an die Spieler, ihre Entscheidung nicht nur aus kurzfristigen Interessen zu treffen. "Für sein Land zu spielen, ist das größte, was man als Spieler erreichen kann," sagt er. Der DFB möchte gemeinsam mit den Vereinen die emotionale Bindung der Spieler zu Deutschland stärken. Das Ziel ist, dass junge Spieler gar nicht erst auf die Idee kommen, den Verband zu wechseln.
Die Rolle der FIFA
Der Plan des DFB muss nun bei der FIFA diskutiert werden. Rettig hofft, dass die FIFA ein Interesse daran hat, die Identifikation mit ihren Wettbewerben zu stärken. Er sagt: "Es sollte Teil einer Gesamtstrategie sein."