Die genetische Isolation der Mani-Griechen: Ein Blick in die Vergangenheit
Die Halbinsel Mani und das Dorf Vatheia
Die Halbinsel Mani liegt im Süden Griechenlands. Dort befindet sich das Dorf Vatheia, auch bekannt als „Tiefer Mani“. Die Menschen in dieser Region lebten schon in der Antike isoliert. Sie entwickelten eine eigene Kultur mit einem besonderen Dialekt, Turmhäusern und einer Gesellschaft, die von Clans und Blutrache geprägt ist.
Genetische Besonderheiten
Forschende der University of Oxford und der Universität Athen haben die DNA der Menschen in Vatheia untersucht. Sie fanden heraus, dass die männlichen Bewohner besondere Gene haben. Diese Gene stammen aus der Zeit der Römer und sogar aus der Bronzezeit. Im Gegensatz zu anderen Europäern fehlen den Mani-Griechen die genetischen Spuren von Germanen und Slawen aus der Völkerwanderungszeit.
Ein genetischer Flaschenhals
Die Studie zeigt, dass etwa die Hälfte der heutigen Männer in Vatheia auf einen einzigen Vorfahren zurückgeht. Dieser lebte im fünften bis siebten Jahrhundert. Die Forschenden vermuten, dass die Bevölkerung damals stark schrumpfte. Gründe dafür könnten die Justinianische Pest oder Angriffe arabischer Piraten gewesen sein.
Frauen aus anderen Regionen
Während die männlichen Stammeslinien sehr alt sind, zeigt die DNA der Frauen eine größere Vielfalt. Die Gene der Frauen stammen aus Westeuropa, dem östlichen Mittelmeerraum, dem Kaukasus und sogar aus Nordafrika. Das passt zur patriarchalischen Gesellschaft der Mani-Griechen, in der die Männer vor Ort blieben und Frauen aus anderen Gemeinschaften heirateten.