Die Sommersonnenwende: Warum der späteste Sonnenuntergang später kommt
Der längste Tag und seine Besonderheiten
Am 21. Juni erleben wir die Sommersonnenwende. Das ist der längste Tag des Jahres. Viele Menschen glauben, dass an diesem Tag auch der späteste Sonnenuntergang stattfindet. Doch das ist ein Irrtum. Der späteste Sonnenuntergang erfolgt erst einige Tage später. In Mainz zum Beispiel ist das am 25. Juni der Fall. Aber warum ist das so?
Die Bewegung der Erde und unsere Uhren
Die Erde bewegt sich nicht auf einer perfekten Kreisbahn um die Sonne, sondern auf einer leicht ovalen Bahn. Das bedeutet, dass die Erde im Januar der Sonne am nächsten ist und sich am schnellsten bewegt. Im Juli ist sie am weitesten von der Sonne entfernt und bewegt sich langsamer. Zusätzlich steht die Erdachse schief. Diese beiden Faktoren führen dazu, dass ein Sonnentag – also die Zeit von einem Sonnenhöchststand zum nächsten – nicht immer genau 24 Stunden dauert.
Unsere Uhren zeigen jedoch immer genau 24 Stunden pro Tag. Das ist ein Durchschnittswert. In Wirklichkeit kann ein Sonnentag bis zu einer halben Minute kürzer oder länger sein. Diese kleinen Unterschiede addieren sich über die Tage und führen dazu, dass die Sonne im Vergleich zu unserer Uhrzeit vor- oder nachgeht.
Zwei Effekte beeinflussen Sonnenauf- und -untergang
Es gibt zwei wichtige Effekte, die den Sonnenaufgang und -untergang beeinflussen: 1. Die Länge der Sonnenbahn: Bis zum 21. Juni wird die Sonnenbahn jeden Tag länger, danach wird sie wieder kürzer. 2. Die Verzögerung der Sonne: Im Juni läuft die Sonne unserer Uhrzeit hinterher. Das bedeutet, dass die Sonne jeden Tag etwas später ihren Höchststand erreicht.
Diese beiden Effekte wirken zusammen und führen dazu, dass der früheste Sonnenaufgang vor der Sommersonnenwende liegt, während der späteste Sonnenuntergang erst danach erfolgt.