El Niño bedroht die globale Nahrungsmittelversorgung
Das Wetterphänomen El Niño
El Niño ist ein natürliches Wetterphänomen, das im Pazifik auftritt. Es bringt weltweit die Wettermuster durcheinander. Dieses Jahr wird El Niño voraussichtlich besonders stark ausfallen. Die US-Behörde NOAA schätzt die Wahrscheinlichkeit auf 63 Prozent, dass es "sehr stark" wird. Das bedeutet, dass einige Regionen mit Dürren kämpfen, während andere von Überschwemmungen betroffen sind. Besonders die Landwirtschaft leidet darunter, vor allem der Reisanbau.
Auswirkungen auf die Reisproduktion
Reis ist ein zentrales Grundnahrungsmittel für Milliarden von Menschen. Indien, das fast ein Drittel der weltweiten Reisproduktion stellt, ist besonders gefährdet. Durch El Niño könnte der Monsunregen schwächer ausfallen. Im Juni lagen die Niederschläge bereits 40 Prozent unter dem Normalwert. Die Welternährungsorganisation (FAO) warnt, dass die Reisproduktion in betroffenen Regionen um 20 bis 50 Prozent sinken könnte. Das hätte erhebliche Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise.
Weitere Bedrohungen für die Nahrungsmittelversorgung
Neben El Niño gibt es weitere Faktoren, die die globale Nahrungsmittelversorgung gefährden. Der Krieg in der Ukraine hat die Preise für Getreide und Düngemittel in die Höhe getrieben. Auch der Konflikt im Nahen Osten beeinflusst die Versorgungsketten. Die Straße von Hormus, durch die ein Drittel der weltweiten Düngemitteltransporte läuft, ist unsicher. Wenn weniger Dünger verfügbar ist, könnte das die Ernteerträge weiter verringern.
Mögliche Folgen für die Zukunft
Experten warnen vor einer "Verbundwirkung" der verschiedenen Krisen. Wenn El Niño die Ernten reduziert, die Düngemittelpreise hoch bleiben und die Konflikte andauern, könnte die Lebensmittelinflation stark ansteigen. Besonders Schwellenländer wären davon betroffen. Die Bank JP Morgan prognostiziert eine Lebensmittelinflation von über fünf Prozent für das Jahr 2027, falls mehrere Krisen gleichzeitig eintreten.