Erbschaftssteuer: Warum Firmen weniger zahlen als Privatpersonen
Ungleiche Verteilung von Erbschaften
In Deutschland wird jedes Jahr viel Vermögen vererbt. Die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung erhalten etwa die Hälfte dieses Vermögens. Viele Milliardäre haben ihr Geld nicht selbst erwirtschaftet, sondern geerbt. Der Staat versucht, diese Ungleichheit durch die Erbschaftssteuer auszugleichen. Je größer das Erbe, desto höher ist der Steuersatz.
Ausnahmen für Unternehmensvermögen
Trotz dieser Regelung zahlen viele Erben von Firmen kaum Steuern. Bei der Übertragung von Unternehmen gibt es zahlreiche Ausnahmen. Wenn ein Betrieb weniger als 26 Millionen Euro wert ist, entfällt ein großer Teil der Steuer, sofern der Erbe die Firma weiterführt und Arbeitsplätze erhält. Bei größeren Vermögen kann die Steuer sogar ganz erlassen werden, wenn der Erbe nachweist, dass er sie nicht aus eigenem Vermögen zahlen kann.
Kritik und Klagen
Diese Ungleichbehandlung führt zu Kritik. Ein Mann namens Heinrich Fischwasser klagte bis zum Bundesverfassungsgericht, weil er für sein Erbe von 250.000 Euro etwa 20 Prozent Steuern zahlen musste. Für Firmen gelten solche Regeln nicht. Experten und Organisationen wie die Bürgerbewegung Finanzwende fordern eine Reform. Sie argumentieren, dass die aktuellen Regeln zu Wettbewerbsverzerrungen führen und kleine Unternehmen benachteiligen.
Arbeitsplätze und wirtschaftliche Folgen
Ein häufiges Argument für die Ausnahmen ist der Schutz von Arbeitsplätzen. Viele Erben könnten die Steuer nicht zahlen, ohne die Firma zu verkaufen. Doch Studien zeigen, dass verkaufte Firmen oft sogar besser wachsen als vererbte. Zudem kann die Weitergabe von Familienunternehmen an die nächste Generation zu schlechterem Management führen, was die Produktivität beeinträchtigt.