EU erlaubt Drohnen für Pestizide: Fluch oder Segen?
Neue EU-Regeln: Drohnen statt Flugzeuge
Die Europäische Union (EU) hat ein neues Gesetz beschlossen: Bauern dürfen jetzt Drohnen nutzen, um Pestizide auf ihren Feldern auszubringen. Bisher war das in der EU verboten. Nur in Ausnahmefällen, wie bei steilen Weinbergen, durften Pestizide aus der Luft versprüht werden. Mit dem neuen Gesetz „Omnibus X“ ändert sich das. Die EU hofft, dass Drohnen helfen, den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren.
Vorteile der Drohnen-Technologie
Drohnen können Felder scannen und gezielt nur die Stellen besprühen, die von Schädlingen befallen sind. Das soll den Einsatz von Pestiziden verringern. Thomas Daum, Agrarökonom an der Universität Göteborg, sagt: „Drohnen ermöglichen ein präziseres Sprühen als Flugzeuge oder Hubschrauber.“ Sie sind auch nützlich, wenn der Boden nass ist oder das Gelände schwer zugänglich ist. So können Bauern schneller auf Schädlingsbefall reagieren.
Kritik von Experten
Nicht alle sind von den neuen Regeln überzeugt. Thomas Daum warnt: „Die Drohne selbst spart noch kein Pestizid.“ Die einfache Nutzung könnte sogar dazu führen, dass Bauern häufiger sprühen. Das könnte die Abhängigkeit von chemischen Pflanzenschutzmitteln verstärken. Carsten Brühl, Biologe an der RPTU Kaiserslautern-Landau, kritisiert zudem, dass das Gesetz „Omnibus X“ die Zulassung von Pestiziden vereinfacht. Viele Wirkstoffe könnten nun unbegrenzt zugelassen werden, ohne regelmäßige Neubewertung.
Umweltauswirkungen von Pestiziden
Pestizide sind umstritten. Sie können der Gesundheit von Menschen und der Umwelt schaden. Brühl betont, dass das Vorsorgeprinzip gelten sollte: Potenzielle Schäden müssen vermieden werden, auch wenn es noch keine abschließenden wissenschaftlichen Beweise gibt. Die regelmäßigen Neubewertungen von Pestiziden sind wichtig, weil die langfristigen Auswirkungen oft unklar sind.
Alternativen zu Pestiziden
Es gibt auch andere Wege, Felder zu schützen. Der „Integrierte Pflanzenschutz“ setzt auf natürliche Methoden: Fruchtfolgen, Mischkulturen und die Ansiedlung von Fressfeinden für Schädlinge. Diese Methoden sind umweltfreundlicher, aber oft aufwendiger und teurer. Brühl sagt: „Pestizide sind nicht notwendig, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten.“ Monokulturen und gestörte Ökosysteme seien anfälliger für den Klimawandel.