EU-Parlament ringt um Kompromiss zum Verbrenner-Aus
Die aktuelle Lage
Im Europäischen Parlament wird seit langem über die Zukunft des Verbrennungsmotors diskutiert. Ein Vorschlag sieht vor, dass ab 2035 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr in der EU verkauft werden dürfen. Dieser Plan soll den CO₂-Ausstoß verringern und das Klima schützen. Doch eine Einigung ist noch nicht in Sicht. Die beiden größten Fraktionen im Parlament, die EVP und die S&D, finden bisher keine gemeinsame Position.
Ein neuer Kompromissvorschlag
Unterhändler der konservativen EVP, der sozialdemokratischen S&D und der liberalen Renew Europe haben einen Kompromiss ausgearbeitet. Dieser sieht vor, dass Autohersteller die CO₂-Emissionen ihrer Neuwagen bis 2035 um 95 Prozent reduzieren müssen. Wenn sie klimafreundlichen Stahl verwenden, dürfen sie das Ziel um 7,5 Prozentpunkte verfehlen. Dieser Vorschlag könnte eine Mehrheit im Parlament finden, muss aber noch formell beschlossen werden.
Deutschland und Frankreich mit eigenem Vorschlag
Deutschland und Frankreich haben einen alternativen Vorschlag eingebracht. Sie fordern, dass die CO₂-Emissionen ab 2035 nur um 90 Prozent reduziert werden müssen, ohne zusätzliche Kompensationen. Dieser Vorschlag sieht keinen Ausgleich durch grünen Stahl vor. Die Diskussion zeigt, wie unterschiedlich die Meinungen in der EU sind.
Reaktionen auf den Kompromiss
Manfred Weber, Chef der EVP, begrüßt den Kompromiss. Er betont, dass das geplante Aus für den Verbrennungsmotor vom Tisch sei und dass dies wichtig für die Arbeitsplätze in der europäischen Autoindustrie sei. Michael Bloss von den Grünen kritisiert den Vorschlag hingegen scharf. Er sagt, dass die Autoindustrie Klarheit und Planungssicherheit brauche, aber stattdessen Chaos bekomme. Der Kompromiss verzögere den Hochlauf der E-Autos und gefährde die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Hersteller.