Forscher weisen erstmals Wind aus dem galaktischen Zentrum nach
Das Schwarze Loch im Herzen der Milchstraße
Im Zentrum unserer Galaxie, der Milchstraße, liegt ein supermassereiches Schwarzes Loch namens Sagittarius A (Sgr A). Wissenschaftler wissen seit Langem, dass solche Schwarzen Löcher nicht nur Materie verschlingen, sondern auch Winde oder Jets ausstoßen können. Doch bei Sgr A* war dieser Ausfluss lange Zeit unauffindbar.
Herausforderungen bei der Beobachtung
Die Suche nach dem Wind gestaltete sich schwierig. Dichte Staub- und Gasschichten in der Milchstraße erschweren den Blick auf das galaktische Zentrum. Zudem ist das Zentrum im Radiobereich sehr hell und variabel. Die Strahlung stammt von Material, das in das Schwarze Loch stürzt und dabei stark erhitzt wird. Diese Helligkeit überdeckt die viel schwächeren Signaturen des gesuchten Windes.
Der Durchbruch mit ALMA
Ein Team um Mark Gorski von der Northwestern University nutzte das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) in Chile. Mit einer neuen Kalibrierungsmethode konnten sie die Helligkeitsschwankungen von Sgr A* modellieren und aus den Daten entfernen. Dadurch wurden bisher unsichtbare Strukturen sichtbar. Die resultierenden Bilder sind 100-mal tiefer und 80-mal schärfer als alle bisherigen Aufnahmen dieser Region.
Die Entdeckung des Windes
Auf den neuen Bildern entdeckten die Forscher eine kegelförmige Aussparung im kalten molekularen Gas. Diese Lücke befindet sich in südsüdwestlicher Richtung und ist etwa drei Lichtjahre groß. Gleichzeitig zeigt das Röntgenteleskop Chandra in derselben Region heißes Gas. Die Wissenschaftler schließen daraus, dass ein energetischer Wind vom Schwarzen Loch das kalte Gas wegfegt oder erhitzt. Diese Entdeckung bestätigt, dass auch ruhige Schwarze Löcher wie Sgr A* einen Wind erzeugen können.