Frühstartrente: Staatliche Förderung zur langfristigen Altersvorsorge von Kindern
Hintergrund und Ziel der Frühstartrente
Die Bundesregierung hat mit der geplanten Frühstartrente einen neuen Baustein zur Reform der Altersvorsorge vorgestellt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Altersvorsorge für junge Menschen zu stärken und frühzeitig die Grundlage für eine sichere finanzielle Absicherung im Alter zu legen. Die Frühstartrente richtet sich an Kinder, die ab dem Jahr 2020 geboren wurden und in Deutschland gemeldet sind. Ab dem sechsten Lebensjahr erhalten diese Kinder monatlich zehn Euro vom Staat, die in einem zertifizierten Altersvorsorgevertrag angelegt werden.
Mechanismen der Förderung
Eltern müssen für ihr Kind einen Standarddepot-Vertrag bei einem Anbieter ihrer Wahl abschließen. Dieser Vertrag funktioniert ähnlich wie ein Sparplan und wird auf den Namen des Kindes ausgestellt. Die Auszahlung der staatlichen Förderung erfolgt vierteljährlich rückwirkend direkt auf den Vertrag. Die Anspruchsprüfung wird digital über einen Datenabgleich mit dem Bundeszentralamt für Steuern anhand der Steuer-Identifikationsnummer des Kindes durchgeführt. Eltern, Großeltern oder andere Förderer haben die Möglichkeit, den staatlichen Zuschuss durch eigene Beiträge zu ergänzen. Pro Kind können bis zu 6.840 Euro jährlich oder 570 Euro monatlich zusätzlich eingezahlt werden.
Sondervermögen und Anlagekriterien
Falls Eltern keinen Vertrag für ihr Kind abschließen, legt der Bund die monatlichen zehn Euro in einem Sondervermögen an, das von der Deutschen Bundesbank verwaltet wird. Der Finanzausschuss hat festgelegt, dass die Mittel ausschließlich in breit gestreute globale Aktien oder Aktienfonds investiert werden dürfen. Ziel dieser Anlage ist es, langfristig ein möglichst hohes Altersvorsorgevermögen aufzubauen. Eine bestimmte Rendite wird jedoch nicht garantiert, und der Bund gleicht eventuelle Verluste nicht aus. Diese Regelung soll sicherstellen, dass auch Kinder, deren Eltern keinen aktiven Vertrag abschließen, von der staatlichen Förderung profitieren.
Zweckbindung und steuerliche Behandlung
Die staatliche Förderung ist strikt zweckgebunden und darf ausschließlich für die Altersvorsorge verwendet werden. Das angesparte Kapital darf weder beliehen, veräußert noch gepfändet werden. Eine Auszahlung des Kapitals ist grundsätzlich erst ab dem 65. Lebensjahr vorgesehen. In der Ansparphase sind die staatlichen Beiträge sowie die Erträge darauf steuerfrei. Erst die späteren Auszahlungen im Alter unterliegen der nachgelagerten Besteuerung. Diese Regelung soll Anreize schaffen, das Geld langfristig für die Altersvorsorge zu nutzen und nicht vorzeitig zu entnehmen.
Langfristige Perspektiven und Kosten
Laut einer Modellrechnung des Finanzministeriums könnte ein Kind, das ab dem sechsten Lebensjahr die staatliche Förderung erhält, bis zum 18. Geburtstag etwa 2.200 Euro ansparen. Bei einer angenommenen Rendite von sieben Prozent pro Jahr und ohne zusätzliche Einzahlungen könnte das Vermögen bis zum 65. Lebensjahr auf etwa 53.000 Euro anwachsen. Diese Berechnung ist jedoch rein theoretisch und berücksichtigt weder Inflation noch spätere Besteuerung. Die Kosten für das Förderprojekt belaufen sich laut Haushaltsausschuss des Bundestages auf rund 1,2 Milliarden Euro für die Jahre 2027 bis 2030. Der Bund rechnet für 2027 mit Förderausgaben von 198 Millionen Euro, die bis 2030 auf voraussichtlich 411 Millionen Euro steigen.