Kommunikationsverhalten und Geschlechterstereotype beim Multitasking: Neue Erkenntnisse
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Kommunikationsverhalten und Geschlechterstereotype beim Multitasking: Neue Erkenntnisse

Einführung in die Thematik

Multitasking ist ein fester Bestandteil des modernen Alltags. Die Annahme, dass Frauen besser darin seien als Männer, hält sich hartnäckig. Bisherige Studien lieferten jedoch widersprüchliche Ergebnisse. Ein Forscherteam der Brunel University of London hat nun ein komplexes Experiment durchgeführt, um diese Frage genauer zu untersuchen.

Methodik der Studie

Die Studie umfasste fünf Aufgaben: eine Kochaufgabe, das Suchen von Telefonnummern, das Zuordnen von Zahlen und Buchstaben, die Überwachung bestimmter Wörter auf einem Bildschirm und das Beantworten von Fragen, die alle 20 Sekunden ertönten. Der Zeitdruck wurde schrittweise erhöht. Insgesamt nahmen 78 Personen (37 Frauen und 41 Männer) teil, deren Leistungen analysiert wurden.

Analyse der Ergebnisse

In vier der fünf Aufgaben zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Ein deutlicher Unterschied trat jedoch bei der Gesprächsaufgabe auf: Frauen beantworteten durchschnittlich 24,76 von 28 Fragen, während Männer nur 20,24 Fragen beantworteten. Dies entspricht einer Effektgröße von Cohens d = 0,61. Männer ließen somit mehr als doppelt so viele Fragen unbeantwortet wie Frauen. Die Qualität der Antworten und die Reaktionszeit unterschieden sich jedoch nicht.

Wahrnehmung und Bewertung durch Dritte

In einem zweiten Schritt bewerteten 160 Beobachter Videoausschnitte der Teilnehmer. Frauen wurden in sechs von sieben Kategorien (z.B. Kontrolle, Leistungsfähigkeit) positiver eingeschätzt. Besonders auffällig war, dass die Anzahl der beantworteten Fragen stark mit der wahrgenommenen Kompetenz korrelierte. Dies deutet darauf hin, dass das Kommunikationsverhalten einen erheblichen Einfluss auf die Einschätzung der Multitasking-Fähigkeiten hat.

Diskussion und Implikationen

Die Studie zeigt, dass der Unterschied im Multitasking-Verhalten spezifisch im Kommunikationsverhalten liegt und nicht in einer generellen Überlegenheit. Die Forscher vermuten, dass Männer entweder die Fragen häufiger überhörten oder ihnen eine geringere Priorität einräumten. Diese Ergebnisse könnten dazu beitragen, das Klischee der „besseren Multitasking-Fähigkeiten von Frauen“ zu hinterfragen und zu differenzieren. Künftige Forschung sollte untersuchen, ob dieser Effekt auch in realen Alltagssituationen auftritt und ob Training die verbalen Fähigkeiten unter Multitasking-Bedingungen verbessern kann.

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Was war das Ziel der Studie der Brunel University of London?
  2. 2. Wie viele Aufgaben umfasste das Experiment und welche Unterschiede gab es?
  3. 3. Wie viele Fragen wurden durchschnittlich von Frauen und Männern beantwortet?
  4. 4. Wie wurden die Teilnehmer von den Beobachtern bewertet und warum?
  5. 5. Was könnte der Grund dafür sein, dass Männer mehr Fragen unbeantwortet ließen?
  6. 6. Welche Implikationen hat die Studie für das Klischee der besseren Multitasking-Fähigkeiten von Frauen?

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