Gründe für das Fehlen wichtiger Staatschefs bei der UN-Generalversammlung
Innere Angelegenheiten und politische Krisen
Die UN-Generalversammlung in New York ist ein zentrales Ereignis für die internationale Diplomatie. Dennoch fehlen dieses Jahr einige bedeutende Staatschefs. Der deutsche Kanzler Friedrich Merz bleibt in Deutschland, weil seine Partei, die CDU, bei Wahlen in drei Bundesländern starke Verluste erlitten hat. Besonders in Sachsen-Anhalt und Berlin wurde die CDU abgewählt, in Mecklenburg-Vorpommern zog sie nicht einmal in den Landtag ein. Merz will keine Gelegenheit für politische Gegner bieten, in seiner Abwesenheit Pläne zu schmieden. Stattdessen vertritt Außenminister Johann Wadephul Deutschland.
Gesundheit und diplomatische Prioritäten
Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa folgt ärztlichem Rat und bleibt der Versammlung fern, um sich zu schonen. Auch Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni begründet ihre Abwesenheit mit dringenden inneren Angelegenheiten. Sie verweist darauf, dass sie nach mehreren internationalen Gipfeln Zeit in Italien verbringen muss. Beide Länder schicken ihre Außenminister. Chinas Präsident Xi Jinping reist stattdessen nach Washington, was als Priorisierung der bilateralen Beziehungen gegenüber dem multilateralen Rahmen der UN interpretiert wird.
Visaprobleme und historische Muster
Ein besonderer Fall ist der palästinensische Präsident Mahmud Abbas. Die USA verweigern ihm ein Visum, obwohl das UN-Hauptquartierabkommen von 1947 den Zugang für ausländische Vertreter garantiert. Diese Praxis betrifft seit der Amtszeit Donald Trumps auch palästinensische Vertreter. Abbas wird daher per Videobotschaft sprechen. Russland und Indien schicken ebenfalls ihre Außenminister, ohne konkrete Gründe für die Abwesenheit ihrer Staatschefs zu nennen. Ägyptens Präsident bleibt seit 2021 der Versammlung fern, nachdem er zuvor regelmäßig teilgenommen hatte.