Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Drei Todesfälle und neue Erkenntnisse zur Übertragung
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Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Drei Todesfälle und neue Erkenntnisse zur Übertragung

Der Vorfall auf der Hondius

Auf dem Kreuzfahrtschiff Hondius des niederländischen Betreibers Oceanwide Expeditions sind drei Passagiere während einer Reise von Argentinien nach Kap Verde verstorben. Einer der Todesfälle wurde durch das Hantavirus bestätigt, während die anderen beiden als Verdachtsfälle gelten. Drei weitere Passagiere erkrankten und werden behandelt. Eine britische Touristin wird in Südafrika intensivmedizinisch versorgt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärte, dass das Risiko für die allgemeine Öffentlichkeit gering sei und keine Reisebeschränkungen erforderlich seien.

Übertragungswege des Hantavirus

Das Hantavirus zählt zu den Zoonosen und wird primär durch Nagetiere wie Mäuse und Ratten übertragen. Die Viren werden über Speichel, Urin und Kot der infizierten Tiere ausgeschieden. Menschen infizieren sich in der Regel durch das Einatmen von kontaminiertem Staub oder durch den direkten Kontakt mit Ausscheidungen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist in Europa nicht dokumentiert. Lediglich in Südamerika wurde in seltenen Fällen eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Anden-Virus beobachtet, wobei diese nicht endgültig belegt ist.

Symptomatik und Krankheitsverlauf

Die Symptome einer Hantavirus-Infektion variieren je nach Virusart. In Europa und Asien verursachen die Viren häufig grippeähnliche Symptome wie hohes Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. In schweren Fällen kann es zu einem hämorrhagischen Fieber mit renalem Syndrom kommen, das zu Nierenversagen und in bis zu 15 % der Fälle zum Tod führt. In Nord- und Südamerika kann das Virus ein pulmonales Syndrom auslösen, das durch Flüssigkeitsansammlung in der Lunge und Atemnot gekennzeichnet ist und eine Sterblichkeitsrate von etwa 50 % aufweist.

Hantavirus in Deutschland: Verbreitung und Risiken

In Deutschland treten jährlich zwischen 200 und 3000 Hantavirus-Fälle auf. Die häufigste Virusart ist das Puumalavirus, das von der Rötelmaus übertragen wird und eine Sterblichkeitsrate von etwa 1 % aufweist. Daneben kommen das Dobrava-Belgrad-Virus im östlichen Teil Deutschlands und vereinzelt das Seoulvirus vor. Trotz der relativ geringen Sterblichkeitsrate können Langzeitfolgen wie ein erhöhtes Risiko für Blutkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auftreten.

Aktuelle Forschung und Therapieansätze

Gegen das Hantavirus gibt es in Europa derzeit keine zugelassenen Impfstoffe. In China und Südkorea werden zwar Impfstoffe eingesetzt, deren Wirksamkeit ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Aktuelle Forschungsansätze konzentrieren sich auf DNA-Impfstoffe und experimentelle Therapien mit Antikörpern von Überlebenden. Eine Studie aus dem Jahr 2024 zeigte vielversprechende Ergebnisse für einen DNA-Impfstoff gegen das Puumalavirus, der in ersten klinischen Tests erfolgreich war.

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Wie viele Menschen sind auf dem Kreuzfahrtschiff *Hondius* erkrankt?
  2. 2. Wie wird das Hantavirus hauptsächlich übertragen?
  3. 3. Welche Symptome sind typisch für eine Hantavirus-Infektion in Europa?
  4. 4. Welche Hantavirus-Art ist in Deutschland am häufigsten?
  5. 5. Gibt es eine wirksame Impfung gegen das Hantavirus in Europa?
  6. 6. Welche Langzeitfolgen können nach einer Hantavirus-Infektion auftreten?
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