HPV-Impfung bei Jungen: Ein wirksamer Schutz vor Krebs
Warum die HPV-Impfung wichtig ist
Das Humane Papillomvirus (HPV) ist ein weit verbreitetes Virus, das durch Geschlechtsverkehr übertragen wird. Es kann verschiedene Krebsarten verursachen, darunter Gebärmutterhalskrebs, aber auch Krebs an Penis, Anus und Rachen. Die HPV-Impfung schützt vor diesen Erkrankungen und wird für Jungen und Mädchen ab 9 Jahren empfohlen.
Wie wirkt die Impfung?
Die Impfung schützt vor neun HPV-Typen, die für etwa 90 Prozent der HPV-bedingten Krebserkrankungen verantwortlich sind. Studien zeigen, dass geimpfte Mädchen ein um 80 Prozent geringeres Risiko haben, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Bei Jungen senkt die Impfung das Risiko für HPV-bedingte Krebserkrankungen um 46 Prozent. Die Impfung wirkt am besten, wenn sie vor dem ersten Kontakt mit dem Virus verabreicht wird.
Warum sind die Impfraten niedrig?
Trotz der nachgewiesenen Wirksamkeit sind die Impfraten in Deutschland niedrig. Nur 55 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 36 Prozent der gleichaltrigen Jungen sind vollständig geimpft. Ein Grund dafür ist, dass die Impfung für Jungen später eingeführt wurde als für Mädchen. Zudem gibt es weniger Daten zu HPV-bedingten Krebserkrankungen bei Männern.
Langfristige Vorteile der Impfung
Die HPV-Impfung bietet nicht nur Schutz vor Krebs, sondern auch vor Genitalwarzen. Studien zeigen, dass früh geimpfte Männer seltener Genitalwarzen entwickeln. Fachleute schätzen, dass die Impfung in den USA bis 2060 über 120.000 Fälle von HPV-bedingtem Rachenkrebs verhindern könnte. Eine höhere Impfrate könnte diesen Effekt noch verstärken.