Die komplexen gesundheitlichen Spätfolgen der Anschläge vom 11. September 2001
Bild: Mathieu BROSSAIS · Quelle · CC BY 4.0
Quelle, an Sprachniveau angepasst Wissenschaft Geschichte

Die komplexen gesundheitlichen Spätfolgen der Anschläge vom 11. September 2001

Die unmittelbaren Auswirkungen der Anschläge

Die Anschläge vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York setzten eine beispiellose Menge an toxischen Substanzen frei. Beim Einsturz der Türme wurden Baumaterialien wie Asbest, Beton und Glas zu feinstem Staub zerrieben, der sich über weite Teile Manhattans verteilte. Rettungskräfte und Anwohner waren diesen Schadstoffen oft ohne ausreichenden Schutz ausgesetzt. Matthew McCauley, der damals als Rechtsreferendar in der Nähe arbeitete, erinnert sich an die dicken Staubschichten, die sich in den folgenden Wochen immer wieder ablagerten.

Langfristige gesundheitliche Konsequenzen

Jahrzehnte nach den Anschlägen zeigen sich die gesundheitlichen Folgen in einem alarmierenden Ausmaß. McCauley leidet heute unter chronischem Husten und Nebenhöhlenproblemen, die er auf die Exposition gegenüber dem giftigen Staub zurückführt. Schätzungen zufolge waren etwa 400.000 Menschen den toxischen Substanzen ausgesetzt. Viele von ihnen entwickeln erst jetzt, nach Jahren, schwere Krankheiten wie Krebs, interstitielle Lungenerkrankungen und psychische Störungen.

Vielfalt der Erkrankungen und ihre Dokumentation

Das World-Trade-Center-Gesundheitsprogramm hat bis Juni 2026 über 139.000 Krankheitsfälle bei mehr als 150.000 Betroffenen dokumentiert. Die häufigsten Diagnosen umfassen Krebs, chronische Rhinosinusitis, gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD) und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Besonders besorgniserregend ist der hohe Anteil an Krebserkrankungen, die etwa 71 Prozent der im letzten Jahr dokumentierten Fälle ausmachen. Neben häufigen Krebsarten wie weißem Hautkrebs, Prostata- und Brustkrebs treten auch seltenere Formen wie Hirntumoren und Leukämie auf.

Psychische Belastungen und gesellschaftliche Folgen

Neben den physischen Erkrankungen nehmen auch psychische Belastungen zu. Viele Betroffene entwickeln Anpassungsstörungen, die sich in Angstzuständen, Depressionen und anderen psychischen Problemen äußern. Diese treten oft im Zusammenhang mit schweren Diagnosen wie Krebs auf. Die psychische Belastung wird durch die hohen Behandlungskosten in den USA weiter verstärkt, da viele Betroffene sich die notwendige medizinische Versorgung nicht leisten können.

Aktuelle Entwicklungen und Forderungen der Betroffenen

Neue Dokumente, die im September 2026 freigegeben wurden, deuten darauf hin, dass die gesundheitlichen Folgen der Anschläge weiter verbreitet sind als bisher angenommen. Die Stadt New York hatte die problematische Luftqualität in den Monaten nach den Anschlägen offenbar heruntergespielt. Betroffene wie McCauley fordern nun mehr Forschung, insbesondere zu bislang nicht erfassten Krankheiten und den Auswirkungen auf Schwangerschaften und Föten. Zudem wird eine bessere medizinische Versorgung für alle Betroffenen angestrebt.

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Welche toxischen Substanzen wurden bei den Anschlägen freigesetzt?
  2. 2. Welche gesundheitlichen Probleme hat Matthew McCauley aufgrund der Anschläge?
  3. 3. Wie viele Krankheitsfälle wurden bis Juni 2026 dokumentiert?
  4. 4. Welche Krebsarten treten besonders häufig bei den Betroffenen auf?
  5. 5. Warum nehmen psychische Belastungen bei den Betroffenen zu?
  6. 6. Was deuten die neuen Dokumente über die Luftqualität in Manhattan an?

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