Marine Le Pens vierter Anlauf zur französischen Präsidentschaft
Marine Le Pens erneute Kandidatur
Marine Le Pen, die Chefin der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN), kandidiert zum vierten Mal für das Amt der französischen Präsidentin. Ein Pariser Gericht bestätigte kürzlich ein Urteil gegen sie wegen Veruntreuung von EU-Geldern. Trotzdem entschied sie sich, erneut anzutreten, obwohl sie eine elektronische Fußfessel tragen muss. Bisher hat sie dreimal kandidiert und zweimal gegen Emmanuel Macron verloren.
Umfrageergebnisse und politische Gegner
Aktuelle Umfragen zeigen, dass sowohl Marine Le Pen als auch ihr Parteikollege Jordan Bardella gute Chancen haben, die erste Wahlrunde zu gewinnen. Als stärkster Konkurrent gilt Edouard Philippe von der Mitte-Rechts-Partei Horizons. In der Stichwahl müsste er sowohl bürgerliche als auch linke Wähler hinter sich vereinen, um einen Sieg von Le Pen zu verhindern. Experten wie Jacob Ross von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik sehen die Wahrscheinlichkeit eines RN-Siegs als größer denn je.
Strategie der "Entteufelung"
Marine Le Pen hat in den letzten Jahren eine Strategie verfolgt, die sie "Entteufelung" nennt. Damit versucht sie, die Partei von rechtsextremen Positionen wegzuführen und bürgerliche Wähler anzusprechen. Gleichzeitig distanziert sich der RN von anderen rechtsextremen Parteien, wie der deutschen AfD. Diese Distanzierung soll den RN regierungsfähig erscheinen lassen.
Beziehungen zu Deutschland
Interessanterweise hat Jordan Bardella, der Parteichef des RN, kürzlich den deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz gelobt. Bardella sprach von "ideologischen Übereinstimmungen" in den Bereichen Klimapolitik und Migration. Diese Aussagen sind neu, da der RN in der Vergangenheit oft deutschlandkritische Töne anschlug. Experten vermuten, dass Bardella damit signalisieren will, dass der RN ein pragmatischer Partner sein kann.