Mexiko nach dem Tod von Drogenboss „El Mencho“: Gewalt und Unsicherheit
Wer war „El Mencho“?
Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als „El Mencho“, war einer der mächtigsten und gefährlichsten Drogenbosse Mexikos. Er leitete das Kartell Jalisco Nueva Generacion (CJNG), das für Drogenhandel, Entführungen und Morde verantwortlich ist. Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen Dollar für Informationen ausgesetzt, die zu seiner Ergreifung führen. Sein Tod durch das mexikanische Militär hat in vielen Teilen des Landes zu schweren Unruhen geführt.
Gewalt eskaliert
Nach dem Tod von „El Mencho“ kam es in mindestens 20 der 32 Bundesstaaten Mexikos zu Ausschreitungen. Bewaffnete Gruppen blockierten Straßen, zündeten Fahrzeuge und Geschäfte an und versetzten die Bevölkerung in Angst. Mindestens 74 Menschen, darunter 25 Polizisten, kamen ums Leben. Besonders betroffen sind Bundesstaaten wie Jalisco, Michoacán und Guanajuato. Auch touristische Orte wie Puerto Vallarta sind nicht verschont geblieben.
Reaktion der Regierung
Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum rief zur Ruhe auf und mobilisierte zusätzliche Sicherheitskräfte. Schulen blieben geschlossen, und einige Fluggesellschaften strichen Flüge oder leiteten sie um. Das Auswärtige Amt in Deutschland warnte deutsche Staatsbürger vor Reisen in betroffene Gebiete. Die Gewalt wirft auch Fragen zur Sicherheit während der bevorstehenden Fußball-WM auf, die Mexiko gemeinsam mit den USA und Kanada ausrichtet.
Wirtschaftliche und politische Folgen
Das CJNG ist eines der mächtigsten Kartelle Mexikos und kontrolliert den Schmuggel von Drogen wie Kokain, Heroin und Fentanyl in die USA. Neben Drogenhandel ist das Kartell auch in Menschenhandel, Waffenhandel und Geldwäsche aktiv. Experten befürchten, dass andere kriminelle Gruppen versuchen könnten, die Machtlücken zu füllen, die durch den Tod von „El Mencho“ entstanden sind. Dies könnte zu weiteren Gewaltausbrüchen führen.