Mileis strategischer Schwenk: Warum die Falkland-Frage jetzt wieder wichtig wird
Mileis harte Haltung
Argentiniens Präsident Javier Milei hat in einer Fernsehansprache klargestellt: Die Falklandinseln (von Argentinien Malwinen genannt) gehören zu Argentinien. Er lehnt das Selbstbestimmungsrecht der Inselbewohner ab und kündigt härtere Sanktionen gegen Unternehmen an, die dort Öl fördern. Zudem soll der Bau einer Marinebasis beschleunigt werden, um Argentiniens Präsenz im Südatlantik zu stärken. Milei will die Malwinen-Frage zu einem zentralen Thema der argentinischen Sicherheitspolitik machen.
Historischer Konflikt
Die Falklandinseln sind seit langem ein Streitpunkt zwischen Argentinien und Großbritannien. 1982 führte Argentinien einen Krieg um die Inseln, verlor jedoch. Seitdem gehören die Inseln zu Großbritannien. Die Bewohner der Inseln haben sich in einem Referendum 2013 mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib bei Großbritannien ausgesprochen. Dennoch fordert Argentinien weiterhin die Rückgabe der Inseln.
Mileis politische Strategie
Milei, der bisher wenig Interesse an der Falkland-Frage zeigte, nutzt das Thema nun strategisch. Kritiker werfen ihm vor, von innenpolitischen Problemen abzulenken. Die konservative Zeitung La Nación spricht von einem "kalkulierten Schwenk". Milei hofft auf Unterstützung von US-Präsident Donald Trump, der kürzlich andeutete, die US-Haltung zur Souveränität der Inseln zu überprüfen. Bisher haben die USA die britische Verwaltung der Inseln anerkannt.
Wirtschaftliche Interessen
Ein weiterer Grund für Mileis Engagement ist die geplante Ölförderung um die Falklandinseln. Das Projekt Sea Lion soll 2028 starten. Milei argumentiert, dass die wirtschaftliche Aktivität die britische Präsenz auf den Inseln weiter festigen wird. Er will verhindern, dass der Status quo durch die Ölförderung unumkehrbar wird.
Widerstand der Inselbewohner
Die rund 3.500 Bewohner der Falklandinseln lehnen Mileis Pläne ab. In einem Referendum 2013 stimmten 99,8 Prozent für den Verbleib bei Großbritannien. Argentinien bestreitet jedoch, dass eine von Großbritannien angesiedelte Bevölkerung über die Souveränität entscheiden kann. Milei bezeichnet die Bewohner als "implantierte Bevölkerung" und spricht ihnen ein legitimes Recht auf Selbstbestimmung ab.