Obdachlosigkeit und ein leeres Luxushaus in London
Ein Zuhause vor dem Luxushaus
In Londons Nobelviertel Knightsbridge steht ein prächtiges Haus mit 45 Zimmern. Es wurde für über 200 Millionen Pfund verkauft, aber der Käufer, ein chinesischer Milliardär, wohnt nicht dort. Seit Jahren steht das Haus leer. Vor dem Eingang lebt Anders Fernstedt, ein Schwede, der nach einer schwierigen Phase obdachlos wurde. Seit über drei Jahren hat er sich in der Vorhalle eingerichtet. Er schläft auf Matratzen, umgeben von Pflanzen und Spielzeug. Anders sagt, er fühle sich dort wohl und schlafe gut, egal bei welchem Wetter.
Ein Haus in rechtlichem Schwebezustand
Das Haus gehört offiziell der Frau des Milliardärs. Da ihr Vermögen eingefroren ist, kann das Haus nicht verkauft werden. Es befindet sich in einem rechtlichen Schwebezustand. Für Anders bedeutet das: Er könnte jederzeit vertrieben werden. Doch bisher hat er Glück. Die Nachbarn kennen ihn, und einige unterstützen ihn mit Essen oder Kleidung. Eine Obdachlosenorganisation in der Nähe hilft ihm ebenfalls.
Solidarität in der Nachbarschaft
Anders hat sich ein Netzwerk aufgebaut. Bäckereien und Cafés geben ihm übrig gebliebene Lebensmittel. Blumenläden schenken ihm Pflanzen für sein Zuhause. Besonders wichtig sind ihm die Kinder in der Nachbarschaft. Er hat Spielzeug vor dem Haus, um Kontakt zu ihnen aufzubauen. Einige Nachbarn sehen seine Anwesenheit kritisch, andere finden sie sogar nützlich. Denn solange jemand vor dem Haus lebt, ist es weniger anfällig für Einbrüche oder Vandalismus.
Obdachlosigkeit in London
Anders’ Situation ist ungewöhnlich. Viele Obdachlose in London haben kein so stabiles Umfeld. Über 200.000 Menschen gelten in der Stadt als wohnungslos. Die Zahl der Menschen, die auf der Straße schlafen, steigt jedes Jahr. Gleichzeitig stehen über 100.000 Wohnungen leer. Die Regierung hat versprochen, etwas zu ändern, aber bisher gibt es wenig Fortschritte. Anders weiß, dass er sein Zuhause verlieren könnte. Doch er sagt: „Ich mache mir nicht mehr so viele Sorgen wie früher.“