Komplexe Schutzmechanismen: Wie Bienenköniginnen mit Pestizidbelastung umgehen
Bild: Dr. Chinchu C. · Quelle · CC BY-SA 3.0
Quelle, an Sprachniveau angepasst Wissenschaft

Komplexe Schutzmechanismen: Wie Bienenköniginnen mit Pestizidbelastung umgehen

Die ökologische und wirtschaftliche Bedeutung von Bienen

Bienen sind unverzichtbar für Ökosysteme und die Landwirtschaft. Sie bestäuben etwa 35 % der globalen Nahrungspflanzen und tragen so maßgeblich zur Ernährungssicherheit bei. Im Zentrum eines jeden Bienenvolkes steht die Königin, deren primäre Funktion die Eiablage ist. Sie legt täglich zwischen 1500 und 2000 Eier und sichert damit das Überleben des Volkes.

Traditionelle Annahmen und neue Forschungsergebnisse

Bisher ging die Wissenschaft davon aus, dass Arbeiterbienen ihre Königinnen effektiv vor Schadstoffen wie Pestiziden schützen. Sie filtern Giftstoffe aus dem gesammelten Nektar und Pollen heraus, bevor diese die Königin erreichen. Eine aktuelle Studie der University of California, Davis, widerlegt diese Annahme teilweise. Die Forscher fanden heraus, dass Arbeiterbienen bei anhaltender Belastung nicht alle Pestizide entfernen können.

Der Weg der Pestizide im Bienenstock

Die Studie nutzte Nanovölker, um den Weg von Pestiziden im Bienenstock nachzuvollziehen. Die Arbeiterbienen filterten am ersten Tag etwa 95 % des Pestizids Methylparathion aus dem Futter. Im Laufe von zehn Tagen sank diese Rate jedoch auf 86 %. Das bedeutet, dass die Königin zunehmend Pestiziden ausgesetzt war. Die Königin entwickelte daraufhin einen eigenen Schutzmechanismus: Sie lagerte die Giftstoffe in ihre Eierstöcke ein und gab sie über die Eier weiter.

Maternaler Transfer: Ein zweischneidiges Schwert

Der Mechanismus der maternalen Auslagerung ermöglicht es der Königin, sich selbst zu schützen. Allerdings wirft dies Fragen über die langfristigen Auswirkungen auf die Entwicklung der Eier und Larven auf. Die Studie zeigt, dass Pestizide sich im Bienenvolk anreichern können, was besonders in Phasen hoher Volksaktivität problematisch sein könnte. Dies hat direkte Konsequenzen für Imker und Landwirte, die den Einsatz von Pestiziden in kritischen Phasen möglicherweise reduzieren müssen.

Ausblick auf weitere Forschungen

Die Forscher planen, die Auswirkungen verschiedener Pestizide auf Bienenvölker zu untersuchen. Zudem soll erforscht werden, wie sich die langfristige Belastung auf die Gesundheit und Produktivität der Völker auswirkt. Diese Erkenntnisse könnten dazu beitragen, nachhaltigere Praktiken in der Landwirtschaft zu entwickeln und die Bienenvölker besser zu schützen.

Teilen:

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Warum sind Bienen für die globale Ernährungssicherheit wichtig?
  2. 2. Wie viele Eier legt eine Bienenkönigin täglich?
  3. 3. Was war die bisherige Annahme über den Schutz der Königin vor Pestiziden?
  4. 4. Wie viel Prozent des Pestizids filtern die Arbeiterbienen am ersten Tag heraus?
  5. 5. Was passiert mit den Pestiziden, die die Königin aufnimmt?
  6. 6. Welche Konsequenzen könnten die Ergebnisse der Studie für Landwirte haben?
  7. 7. Welche weiteren Forschungen sind geplant?

Weiterlesen

B2 Sprachniveau ändern C2