Russlands neue Straßenbrücke nach Nordkorea: Handel oder Militärhilfe?
Die abgelegene Grenzstadt Khasan
Khasan ist eine kleine Siedlung im äußersten Südosten Russlands. Nur etwa 500 Menschen leben dort. Die Stadt liegt fast 9000 Kilometer von Moskau entfernt und ist die einzige russische Ansiedlung an der kurzen Grenze zu Nordkorea. Seit 1959 gibt es hier eine Eisenbahnbrücke über den Fluss Tumen, die sogenannte "Eisenbahnbrücke der koreanisch-russischen Freundschaft". Diese Brücke war lange die einzige Landverbindung zwischen den beiden Ländern.
Eine neue Brücke für den Handel?
Seit einigen Jahren baut Russland eine neue Straßenbrücke parallel zur alten Eisenbahnbrücke. Offiziell soll die Brücke den Handel zwischen Russland und Nordkorea ankurbeln. Russlands Verkehrsminister Andrej Nikitin sagte, die Brücke werde die Logistik verbessern und die kulturellen Beziehungen stärken. Doch das Handelsvolumen zwischen den beiden Ländern ist sehr gering. Im Jahr 2024 betrug es nur 34 Millionen US-Dollar. Die Baukosten für die Brücke und die Infrastruktur liegen bei etwa 100 Millionen Dollar.
Zweifel an zivilen Zielen
Viele Experten bezweifeln, dass die Brücke hauptsächlich für Handel und Tourismus gebaut wird. Die ukrainische Menschenrechtsorganisation Truth Hounds glaubt, dass die Brücke vor allem für militärische Zwecke genutzt werden soll. Nordkorea unterstützt Russland im Krieg gegen die Ukraine mit Waffen und Soldaten. Die neue Brücke könnte den Transport von Soldaten und Militärgütern erleichtern. LKWs sind schwerer zu überwachen als Züge, weil sie auf vielen verschiedenen Straßen fahren können.
Militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea
Seit Beginn des Ukraine-Krieges 2022 haben sich Russland und Nordkorea politisch und militärisch angenähert. Im Juni 2024 unterzeichneten die beiden Staatschefs Wladimir Putin und Kim Jong Un ein strategisches Partnerschaftsabkommen. Dieses Abkommen sieht eine vertiefte militärische Zusammenarbeit vor. Nordkorea liefert Waffen an Russland und schickt Soldaten in die Ukraine. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warnte kürzlich, dass Russland bis zu 30.000 nordkoreanische Soldaten in der Ukraine einsetzen könnte.
Nordkorea profitiert von der Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit mit Russland bringt auch Vorteile für Nordkorea. Über die neue Brücke könnte Nordkorea militärisches Know-how und Ressourcen aus Russland erhalten. Experten vermuten, dass Russland im Gegenzug nordkoreanische Hilfe mit Atomtechnologie bezahlt. Dies stellt eine Gefahr für die Sicherheit in Asien dar, da Nordkorea seine Raketentechnologie verbessern könnte.