St Ives: Die Entwicklung einer weltberühmten Künstlerkolonie
Das einzigartige Licht als Inspirationsquelle
St Ives, ein malerisches Fischerdorf in Cornwall, England, ist seit langem ein Anziehungspunkt für Künstler. Das besondere Licht, das von drei Seiten auf die Halbinsel trifft, faszinierte bereits im 19. Jahrhundert den berühmten Maler William Turner. Dieses Licht, das je nach Wetterlage in verschiedenen Nuancen erscheint, wurde zu einem Markenzeichen von St Ives und zog zahlreiche Künstler an.
Die zweite Welle der Künstler
Im Jahr 1939 zogen die Künstler Barbara Hepworth und Ben Nicholson nach St Ives. Sie fanden das Licht und die Landschaft so inspirierend, dass viele andere Künstler ihnen folgten. Zu den prominenten Besuchern zählten Naum Gabo, Mark Rothko und Piet Mondrian. St Ives entwickelte sich zu einem Zentrum der abstrakten Kunst und wurde, wie Nicholson es ausdrückte, nach London zum wichtigsten Kunstzentrum Großbritanniens.
Die Entstehung der Tate St Ives
Die Popularität der Künstler von St Ives führte zur Gründung der Tate St Ives. Ursprünglich stand an dieser Stelle eine Gasfabrik, die jedoch 1958 abgerissen wurde. Die Tate St Ives eröffnete 1993 und zeigt seitdem Werke der Künstler, die in St Ives lebten und arbeiteten. Das Museum ist heute eine der wichtigsten kulturellen Institutionen Cornwalls und zieht jährlich Hunderttausende Besucher an.
Die Rolle der lokalen Kunstszene
Neben der Tate gibt es in St Ives zahlreiche Galerien und Ateliers. Die Porthmeor Studios bieten jungen Künstlern die Möglichkeit, in historischen Räumen zu arbeiten. Einer dieser Künstler ist Samuel Bassett, der in St Ives geboren wurde. Trotz der Herausforderungen durch Tourismus und hohe Mieten bleibt er dem Ort treu, weil Kunst dort seit fast zwei Jahrhunderten zum Alltag gehört. Sein Großvater, ein Fischer, begann im Alter selbst zu malen und ließ sich vom Licht und der Landschaft inspirieren.
Die Zukunft der Kunst in St Ives
St Ives steht vor der Herausforderung, seine künstlerische Tradition in einer sich wandelnden Welt zu bewahren. Initiativen wie die St Ives School of Painting und verschiedene Galerien tragen dazu bei, die Kunstszene lebendig zu halten. Die Hoffnung ist, dass eine neue Generation von Künstlern die dritte Welle der künstlerischen Blüte in St Ives einläuten wird.