Ventra: Ein Elektroauto reduziert Feinstaub durch innovative Filtertechnik
Das Problem mit Feinstaub bei Elektroautos
Elektroautos gelten als umweltfreundlich, weil sie keine Abgase ausstoßen. Allerdings entsteht auch bei ihnen Feinstaub. Dieser wird durch den Abrieb von Reifen, Bremsen und Straßenbelag verursacht. Da Elektroautos oft schwerer sind als Verbrenner und schneller beschleunigen, ist das Problem nicht zu unterschätzen. Ein Studententeam der Eindhoven University of Technology hat mit dem Ventra eine Lösung entwickelt.
Wie funktioniert das Auffangsystem?
Das Auto Ventra fängt den Feinstaub während der Fahrt ein. Statt herkömmlicher Filter nutzt es elektrische Ladungen. Die Partikel werden aufgeladen und von einer geerdeten Auffangfläche angezogen. Das System kann bis zu 42 Prozent des Feinstaubs bei niedrigen Geschwindigkeiten einfangen. Bei höheren Geschwindigkeiten sind es etwa 24 Prozent. Der aufgefangene Staub lässt sich einfach entfernen und sogar recyceln.
Weitere Maßnahmen zur Feinstaubreduktion
Das Team hat auch das Gewicht des Autos reduziert. Durch den Einsatz von kohlefaserverstärktem Thermoplast wiegt das Chassis etwa 100 Kilogramm weniger. Dadurch übt das Auto weniger Druck auf die Reifen aus, was den Verschleiß verringert. Zusätzlich analysiert ein „Clean Drive“-System das Fahrverhalten und gibt Tipps für eine sanftere Fahrweise. So werden starke Beschleunigungen und abrupte Bremsungen vermieden.
Warum ist das Projekt wichtig?
Das Team möchte die Automobilindustrie für das Thema Feinstaub sensibilisieren. Ab 2026 tritt die neue Abgasnorm Euro 7 in Kraft, die erstmals Anforderungen für Reifen- und Bremsabrieb festlegt. Projekte wie der Ventra zeigen, dass innovative Lösungen möglich sind und die Umweltbelastung verringert werden kann.