Wasserknappheit in der Donau: Slowakei und Ungarn im Konflikt
Hitze und Niedrigwasser
In Europa gibt es zurzeit eine starke Hitzewelle. Besonders betroffen ist die Donau, einer der wichtigsten Flüsse des Kontinents. In der Slowakei und in Ungarn führt das Niedrigwasser zu großen Problemen. Die Slowakei betreibt ein Wasserkraftwerk bei Gabčíkovo, das normalerweise fast zehn Prozent des slowakischen Stroms produziert. Wegen des niedrigen Wasserstands läuft jedoch nur noch eine von acht Turbinen.
Ungarns Atomkraftwerk in Gefahr
Auch Ungarn leidet unter dem Wassermangel. Das Atomkraftwerk Paks benötigt Donauwasser zur Kühlung. Da zu wenig Wasser fließt, musste die Leistung des Kraftwerks gedrosselt werden. Ungarn bat die Slowakei, mehr Wasser durchzulassen. Doch die Slowakei kann dieser Bitte nicht nachkommen, ohne selbst in Schwierigkeiten zu geraten. Der slowakische Umweltminister Tomáš Taraba erklärte, dass beide Länder sonst schon nach zwei Tagen kein Wasser mehr hätten.
Historische Konflikte und aktuelle Lösungen
Die Wasserverteilung zwischen den beiden Ländern ist ein altes Thema. In den 1980er-Jahren planten Ungarn und die damalige Tschechoslowakei ein gemeinsames Staustufenprojekt. Als Ungarn ausstieg, kam es zu einem Streit. 1997 verpflichtete ein Gerichtsurteil beide Länder, die Wasserverteilung gemeinsam zu regeln. Aktuell hält sich die Slowakei an diese Vereinbarung und leitet etwa 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nach Ungarn weiter.
Wasser als politische Verhandlungsmasse
Experten wie Susanne Schmeier von der Universität Utrecht sehen in der aktuellen Situation ein Zeichen für die Zukunft. Mit dem Klimawandel wird Wasser immer häufiger zum Thema politischer Verhandlungen. Entscheidend sei, dass Länder kooperieren, um Lösungen zu finden. Die Donauschutzkommission könnte dabei eine wichtige Rolle spielen.