Die Sonne und die Form der Erde
Der Lauf der Sonne
Jeden Tag beobachten wir, wie die Sonne am Himmel wandert. Morgens geht sie im Osten auf, steigt bis zum Mittag hoch hinauf und sinkt abends im Westen wieder. Im Sommer steht die Sonne höher am Himmel als im Winter. Das liegt daran, dass die Erde eine Kugel ist und sich um ihre eigene Achse dreht.
Die Entdeckung des Eratosthenes
Vor über 2000 Jahren hat ein kluger Mann namens Eratosthenes diese Beobachtung genutzt. Er bemerkte, dass in der Stadt Syene (heute Assuan) am Tag der Sommersonnenwende mittags kein Schatten zu sehen war. Die Sonne stand direkt über den Köpfen der Menschen. In Alexandria, einer Stadt weiter nördlich, warf ein Stock zur gleichen Zeit jedoch einen Schatten. Eratosthenes maß den Winkel des Schattens und fand heraus, dass die Sonne dort nicht direkt über ihm stand.
Die Erde ist eine Kugel
Aus dieser Beobachtung schloss Eratosthenes, dass die Erde rund sein muss. Er berechnete sogar den Umfang der Erde. Er wusste, dass der Winkelunterschied zwischen den beiden Städten etwa 7,2 Grad betrug. Das ist ein Fünfzigstel eines ganzen Kreises (360 Grad). Also musste der Abstand zwischen Syene und Alexandria ein Fünfzigstel des Erdumfangs sein. Durch diese einfache Beobachtung konnte er die Größe der Erde bestimmen.