Bildung in Krisenzeiten: Die Herausforderungen palästinensischer Studenten im Gazastreifen
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Bildung in Krisenzeiten: Die Herausforderungen palästinensischer Studenten im Gazastreifen

Flucht aus Gaza: Ein bittersüßer Neuanfang

Amira Al-Khatib und Mohammad Herzallah verkörpern die Hoffnungen und Tragödien einer ganzen Generation palästinensischer Studenten. Beide haben den Gazastreifen verlassen, um in den Niederlanden ihr Studium fortzusetzen. Amira, die Computersystemtechnik studierte, erinnert sich an die extremen Bedingungen, unter denen sie lernte: "Ich habe mein Abschlussprojekt fertiggestellt, während über mir Drohnen kreisten." Der Krieg hat nicht nur ihre Ausbildung, sondern auch ihr persönliches Leben tiefgreifend beeinflusst. Beide Studenten erhielten Stipendien über das Gazan Student Support Network (GSSN), doch der Weg ins Ausland war mit bürokratischen und politischen Hürden gepflastert.

Die systematische Zerstörung des Bildungssystems

Der Gazastreifen erlebt eine beispiellose Bildungskrise. Laut den Vereinten Nationen sind 95 Prozent der Hochschulstandorte beschädigt oder vollständig zerstört. Die UNESCO schätzt, dass rund 745.000 Schüler und Studenten seit Oktober 2023 keinen regulären Unterricht mehr erhalten haben. UN-Experten warnen vor einem "Scholastizid" – der gezielten Zerstörung des Bildungssystems. Trotz dieser katastrophalen Lage versuchen einige Universitäten, wie die Al-Azhar-Universität und die Islamische Universität Gaza, durch Online-Kurse und eingeschränkten Präsenzunterricht den Bildungsbetrieb aufrechtzuerhalten. Interessanterweise könnten die Immatrikulationszahlen sogar höher liegen als vor dem Krieg, da viele junge Menschen keine anderen Perspektiven haben.

Bürokratische und politische Barrieren

Die Ausreise aus Gaza ist ein komplexer und langwieriger Prozess. Das Gazan Student Support Network (GSSN) spielt eine zentrale Rolle bei der Vermittlung von Stipendien und der Organisation der Ausreise. Dennoch dauert es oft Monate, bis die notwendigen Genehmigungen erteilt werden. Für 62 Studenten mit Stipendien in Malaysia ist die Situation besonders prekär: Obwohl sie eine Transitgenehmigung aus Jordanien erhalten haben, können sie Gaza nicht verlassen, da Malaysia keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhält. Die israelische Militärbehörde COGAT, die für die Koordinierung ziviler Angelegenheiten zuständig ist, genehmigt die meisten Ausreiseanträge, macht jedoch keine Angaben zu den spezifischen Fällen der malaysischen Stipendiaten.

Widerstandsfähigkeit und Hoffnung auf eine bessere Zukunft

Trotz der enormen Herausforderungen zeigen palästinensische Studenten eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Ahmad Zohair Abu Daqqa ist ein Beispiel für diesen ungebrochenen Willen. Während des Krieges lernte er unter extrem schwierigen Bedingungen weiter, oft in zerstörten Gebäuden oder provisorischen Unterkünften. "Bildung ist der einzige Weg nach vorn", betont er. Seine Geschichte steht stellvertretend für viele junge Menschen im Gazastreifen, die sich weigern, ihre Hoffnungen und Träume aufzugeben. Dennoch bleibt die Zukunft ungewiss, da viele auf Stipendien und Unterstützung aus dem Ausland angewiesen sind, um ihre Ausbildung fortzusetzen und eine Perspektive für sich und ihre Gemeinschaften zu schaffen.

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Welche Bedingungen herrschten in Gaza, als Amira ihr Studium abschloss?
  2. 2. Was versteht man unter "Scholastizid"?
  3. 3. Warum können Studenten mit Stipendien in Malaysia Gaza nicht verlassen?
  4. 4. Wie viele Hochschulstandorte im Gazastreifen sind laut UN beschädigt oder zerstört?
  5. 5. Welche Rolle spielt das Gazan Student Support Network (GSSN)?
  6. 6. Was sagt Ahmad Zohair Abu Daqqa über Bildung?

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