Bildung unter Beschuss: Wie palästinensische Studenten trotz Krieg lernen
Ein neuer Anfang in den Niederlanden
Amira Al-Khatib und Mohammad Herzallah sind zwei palästinensische Studenten, die es geschafft haben, den Gazastreifen zu verlassen, um in den Niederlanden zu studieren. Beide haben unter schwierigsten Bedingungen in Gaza gelernt. Amira schloss ihr Studium der Computersystemtechnik ab, während über ihr Drohnen kreisten. Mohammad wollte eigentlich in Gaza bleiben, aber der Krieg machte das unmöglich. Beide erhielten Stipendien über das Gazan Student Support Network (GSSN), um ihr Studium im Ausland fortzusetzen.
Die Zerstörung des Bildungssystems in Gaza
Der Krieg im Gazastreifen hat das Bildungssystem fast vollständig zerstört. Über 80 Prozent der Schulen und Universitäten sind beschädigt oder komplett zerstört. Die Vereinten Nationen warnen vor einer "systematischen Auslöschung" des Bildungssystems. Viele Studenten haben ihre Unterlagen verloren und können nicht weiterlernen. Trotzdem versuchen einige Universitäten, Online-Kurse und eingeschränkten Präsenzunterricht anzubieten. Die Zahl der eingeschriebenen Studenten könnte sogar höher sein als vor dem Krieg, weil viele junge Menschen keine anderen Möglichkeiten haben.
Bürokratie und politische Hürden
Die Ausreise aus Gaza ist mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Das Gazan Student Support Network hilft Studenten, Stipendien im Ausland zu bekommen. Doch die bürokratischen Hürden sind hoch. Für Amira und Mohammad dauerte es über acht Monate, bis sie in die Niederlande einreisen durften. Andere Studenten, die Stipendien in Malaysia erhalten haben, warten noch immer auf ihre Ausreise. Israelische Behörden müssen jede Ausreise genehmigen, was oft lange dauert oder sogar abgelehnt wird.
Hoffnung trotz aller Hindernisse
Trotz der Zerstörung und der vielen Hindernisse geben die Studenten nicht auf. Ahmad Zohair Abu Daqqa ist ein weiteres Beispiel. Er hat während des Krieges Online-Kurse absolviert und Bestnoten erreicht. Sein Laptop war sein einziges Werkzeug, um weiterzulernen. Er hofft auf ein Stipendium, um Ingenieurwissenschaften zu studieren. "Bildung ist der einzige Weg nach vorn", sagt er. Seine Geschichte steht für viele junge Menschen in Gaza, die trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben wollen.