Der Amazonas am Rande des Kollapses: Wissenschaftler warnen vor dem Kipppunkt
Die Bedeutung des Amazonas für das globale Klima
Der Amazonas-Regenwald ist nicht nur der größte Wald der Erde, sondern auch ein entscheidender Faktor für das globale Klima. Er speichert enorme Mengen an Kohlendioxid und produziert durch Verdunstung große Mengen an Wasserdampf, der als Regen über Südamerika verteilt wird. Ohne den Amazonas würden viele Regionen austrocknen. Doch der Wald ist in Gefahr: Durch Abholzung, Brände und Klimawandel droht er seinen Kipppunkt zu erreichen.
Der Kipppunkt: Wenn der Wald sich selbst zerstört
Wissenschaftler wie Carlos Nobre warnen seit Jahrzehnten vor den Folgen der Abholzung. Wenn mehr als 20 Prozent des Waldes verschwinden, könnte der Amazonas seine Fähigkeit verlieren, sich selbst zu regenerieren. Die Trockenzeit würde länger, die Temperaturen stiegen, und der Wald würde sich in eine Savanne verwandeln. Aktuell sind bereits 17 bis 23 Prozent des Waldes abgeholzt, und die globale Erwärmung hat fast 1,5 Grad erreicht. Nobre warnt: Wenn die Erwärmung auf 2 Grad steigt, ist der Amazonas unwiederbringlich verloren.
Die Folgen für Südamerika und die Welt
Ein Kollaps des Amazonas hätte verheerende Folgen. Die „fliegenden Flüsse“ – Wasserdampfströme, die vom Atlantik über den Amazonas nach Süden transportiert werden – würden schwächer. Das hätte Dürren in Brasilien, Argentinien und sogar im Pantanal, dem größten Binnenfeuchtgebiet der Erde, zur Folge. Zudem würde der Verlust des Waldes Milliarden Tonnen Kohlendioxid freisetzen und das Artensterben beschleunigen.
Lösungsansätze: Was muss jetzt passieren?
Um den Amazonas zu retten, müssen mehrere Maßnahmen ergriffen werden. Erstens muss die Abholzung sofort gestoppt werden. Zweitens müssen degradierte Flächen wieder aufgeforstet werden. Drittens müssen Brände und illegale Aktivitäten wie Holzeinschlag bekämpft werden. Nobre schlägt vor, 240.000 Quadratkilometer Wald wiederherzustellen. Zudem müssen die globalen Treibhausgasemissionen reduziert werden, um die Erwärmung unter 2 Grad zu halten. Nur so kann der Amazonas gerettet werden.