Der gescheiterte Putschversuch in der Türkei und seine politischen Folgen
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Der gescheiterte Putschversuch in der Türkei und seine politischen Folgen

Der Abend des 15. Juli 2016

Am 15. Juli 2016 versuchte eine Gruppe von Soldaten, die Regierung der Türkei zu stürzen. Panzer rollten durch die Straßen von Ankara und Istanbul. Kampfflugzeuge flogen über die Städte. Soldaten sperrten die Bosporus-Brücke, eine wichtige Verbindung zwischen Europa und Asien. Präsident Recep Tayyip Erdogan rief die Bevölkerung per Videoanruf im Fernsehen auf, den Putsch zu stoppen. Viele Menschen folgten seinem Aufruf und gingen auf die Straße.

Die Verantwortlichen

Der Putschversuch scheiterte noch in derselben Nacht. Die türkische Regierung machte die Gülen-Bewegung dafür verantwortlich. Fethullah Gülen, ein islamischer Prediger, lebte im Exil in den USA. Früher war er ein Verbündeter Erdogans, doch später zerbrach das Bündnis. Die Regierung warf Gülen vor, Anhänger in Justiz, Polizei und Militär eingeschleust zu haben.

Politische Folgen und der Ausnahmezustand

Nach dem Putschversuch verhängte das Parlament den Ausnahmezustand. Dieser dauerte zwei Jahre und ermöglichte es dem Präsidenten, mit Notstandsdekreten zu regieren. Über 125.000 Staatsbedienstete wurden entlassen. Viele Schulen, Vereine und Medien wurden geschlossen. Die Gülen-Bewegung wurde als Terrororganisation eingestuft.

Vom parlamentarischen zum Präsidialsystem

Der Putschversuch beschleunigte auch die Einführung des Präsidialsystems. 2017 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum für die Abschaffung des Amts des Ministerpräsidenten und die Ausweitung der Befugnisse des Präsidenten. Kritiker sprechen von einem "Ein-Mann-System". Die Opposition konnte jedoch bei den Kommunalwahlen 2019 und 2024 Erfolge erzielen, insbesondere in Ankara und Istanbul.

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Wer wurde für den Putschversuch am 15. Juli 2016 verantwortlich gemacht?
  2. 2. Was passierte nach dem gescheiterten Putsch?
  3. 3. Wie lange dauerte der Ausnahmezustand?
  4. 4. Was änderte sich durch das Referendum 2017?
  5. 5. Welche Städte gewann die Opposition bei den Kommunalwahlen 2019 und 2024?

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