Der „Great Stink“: Wie London seinen Fluss rettete
Ein Sommer des Gestanks
Im Sommer 1858 erlebt London eine Katastrophe. Die Themse, der Fluss, der durch die Stadt fließt, stinkt unerträglich. Es ist sehr heiß, und es regnet wochenlang nicht. Der Fluss ist voller Abwasser, Müll und toter Tiere. Die Menschen in der Stadt leiden unter dem Gestank. Viele werden krank, weil sie das schmutzige Wasser trinken oder die schlechte Luft einatmen. Die Zeitungen schreiben, dass der Gestank so schlimm ist, dass man ihn nie vergisst.
Warum ist die Themse so schmutzig?
London ist damals die größte Stadt der Welt. Viele Menschen leben dort, aber die Kanalisation ist alt und kaputt. Alles landet in der Themse: Abwasser aus den Häusern, Müll und Abfälle aus Fabriken. Besonders schlimm wird es, als reiche Leute sich Wasserklosetts leisten. Die Abwässer fließen direkt in den Fluss. Früher haben Arbeiter die Abfälle aus den Häusern geholt, aber jetzt schwemmt die Themse alles auf die Straßen.
Eine Stadt handelt
Die Politiker im Parlament spüren den Gestank selbst. Sie arbeiten im Palace of Westminster, direkt am Fluss. Der Gestank ist so schlimm, dass sie nicht mehr arbeiten können. Sie beschließen schnell, etwas zu ändern. Ein Ingenieur namens Joseph Bazalgette bekommt den Auftrag, ein neues Abwassersystem zu bauen. Er plant lange Tunnel unter der Stadt, die das schmutzige Wasser wegbringen. Außerdem baut er große Pumpstationen, die das Wasser weiterleiten.