Die AfD zwischen Volksnähe und Provokation
Ein neuer Typ Politiker in der AfD
Die AfD setzt in den aktuellen Wahlkämpfen auf Politiker wie Leif-Erik Holm. Holm zeigt sich in einem Wahlkampfvideo mit seiner Familie. Er kocht, isst und geht spazieren. Mit diesen Bildern will er vermitteln, dass er ein normaler Mensch ist. Holm sagt: "Hier bin ich groß geworden auf einem Dorf." Er spricht damit ein Gefühl an, das viele Menschen teilen: die Sehnsucht nach einer vermeintlich besseren Vergangenheit.
Strategie der Volksnähe
Holm und andere Politiker wie Ulrich Siegmund in Sachsen-Anhalt setzen auf eine Strategie der Volksnähe. Sie wirken freundlich und bodenständig. Das steht im Kontrast zu anderen AfD-Politikern wie Alice Weidel, die oft provokant und polarisierend auftreten. Die Partei versucht, mit beiden Typen unterschiedliche Wählergruppen anzusprechen. Während Weidel und ähnliche Politiker die radikaleren Wähler anziehen, sollen Holm und Siegmund diejenigen erreichen, die sich nach Harmonie und Sicherheit sehnen.
Erfolg und Grenzen der Strategie
Die Strategie der AfD ist nicht immer erfolgreich. Holm kann trotz seiner volksnahen Art nicht denselben Erfolg wie Siegmund in Sachsen-Anhalt erzielen. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Wähler der AfD keine homogene Gruppe sind. Politsoziologin Céline Teney erklärt, dass nur ein kleiner Teil der AfD-Wähler extremistische Ansichten vertritt. Die Mehrheit ist eher konservativ. Die AfD muss daher sowohl radikale als auch gemäßigtere Positionen vertreten, um möglichst viele Wähler zu erreichen.
Die Rolle der Nichtwähler
Ein wichtiger Faktor für den Erfolg der AfD sind die Nichtwähler. In Regionen mit hohen AfD-Ergebnissen kommen viele Wähler aus diesem Lager. Die Partei schafft es, Menschen zu mobilisieren, die sich sonst nicht für Politik interessieren. Diese Strategie zeigt, dass die AfD gezielt versucht, auch unpolitische Menschen anzusprechen und für sich zu gewinnen.