Die Austrocknung des Kaspischen Meeres: Ursachen und Folgen
Ein einzigartiges Gewässer in Gefahr
Das Kaspische Meer ist das größte Binnengewässer der Erde. Es liegt zwischen fünf Ländern und ist ein wichtiger Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen. Doch seit den 1990er Jahren sinkt der Wasserstand kontinuierlich. Wissenschaftler warnen, dass der Pegel bis zum Jahr 2100 um bis zu 21 Meter fallen könnte. Das hätte dramatische Folgen für die Region.
Warum sinkt der Wasserstand?
Der Hauptgrund für den sinkenden Wasserstand ist die Nutzung der Wolga. Dieser Fluss liefert 80 Prozent des Süßwassers für das Kaspische Meer. Doch durch Dämme, Bewässerungssysteme und den hohen Wasserverbrauch der Städte gelangt immer weniger Wasser ins Meer. Zudem führt der Klimawandel zu höheren Temperaturen und mehr Verdunstung. Gleichzeitig gibt es weniger Niederschläge, sodass die Flüsse weniger Wasser führen.
Auswirkungen auf Ökosysteme und Wirtschaft
Die Folgen des sinkenden Wasserstands sind bereits sichtbar. Im flachen Norden des Meeres trocknen große Flächen aus. Das gefährdet die Fischerei, von der viele Menschen leben. Auch Robben verlieren ihren Lebensraum. In einigen Regionen müssen Häfen ausgebaggert werden, damit Schiffe noch fahren können. Im Iran sind die Feuchtgebiete bedroht, und die Fischbestände gehen zurück.
Vergleich mit dem Aralsee
Experten befürchten, dass das Kaspische Meer ein ähnliches Schicksal erleiden könnte wie der Aralsee. Dieser See ist in den letzten Jahrzehnten fast vollständig ausgetrocknet, weil die Flüsse umgeleitet wurden. Die Folgen waren verheerend: zerstörte Ökosysteme, verlorene Existenzen und gesundheitsschädliche Staubstürme. Auch am Kaspischen Meer könnten große Flächen austrocknen und Staub freisetzen, der mit Schadstoffen belastet ist.