Die humanitäre Katastrophe im Sudan: Warum der Konflikt nicht in Vergessenheit geraten darf
Ein vergessener Krieg mit dramatischen Folgen
Seit drei Jahren tobt im Sudan ein brutaler Konflikt zwischen den regulären Streitkräften (SAF) und den paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF). Über 150.000 Menschen wurden getötet, zwölf Millionen mussten fliehen. Fast die Hälfte der Bevölkerung leidet Hunger. Die internationale Gemeinschaft nimmt diese Krise kaum wahr, obwohl sie eine der schwersten humanitären Katastrophen weltweit ist.
Internationale Konferenz in Berlin: Mehr Hilfe, aber kein Frieden
In Berlin trafen sich Vertreter der EU, USA, Großbritannien und der Afrikanischen Union, um über den Sudan zu sprechen. Ziel war es, mehr finanzielle Mittel für die notleidende Bevölkerung zu sammeln. Deutschland erhöhte seine Hilfe um 20 Millionen Euro auf insgesamt 232 Millionen Euro. Doch trotz dieser Zusagen bleibt ein Waffenstillstand unwahrscheinlich. Beide Konfliktparteien waren nicht in Berlin vertreten, und frühere Konferenzen brachten keine Ergebnisse.
Frauen und Kinder leiden am meisten
Besonders hart trifft der Krieg Frauen und Kinder. Viele Männer sind im Krieg oder tot, sodass Frauen allein für die Familien sorgen müssen. Die deutsche Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan betonte, dass die Hilfe besonders Frauen unterstützen soll. Gleichzeitig werden Vergewaltigungen als Waffe im Krieg eingesetzt – ein Verbrechen, das die britische Außenministerin Yvette Cooper anprangerte.
Warum wird der Sudan-Konflikt ignoriert?
Experten sehen einen Grund für die geringe Aufmerksamkeit in der Tatsache, dass kaum Geflüchtete aus dem Sudan nach Europa kommen. Während andere Krisen wie der Ukraine-Krieg im Fokus stehen, bleibt der Sudan eine vergessene Katastrophe. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk warnte zudem vor Waffenlieferungen aus dem Ausland, die den Konflikt weiter anheizen. Besonders Drohnenangriffe haben seit Jahresbeginn Hunderte Zivilisten getötet.