Die Konzertkrise: Warum kleine Acts ums Überleben kämpfen
Die zwei Seiten der Konzertwelt
Live-Musik ist beliebter denn je. Große Stars wie Beyoncé, Coldplay oder Oasis füllen riesige Stadien und verdienen Millionen. Ihre Konzerte sind oft innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Gleichzeitig kämpfen kleine und mittlere Bands ums Überleben. Viele Konzerte müssen abgesagt werden, weil nicht genug Tickets verkauft werden. Die Kosten für Konzerte sind stark gestiegen. Das betrifft vor allem Personalkosten, Technik und Energie.
Die „Ökonomie der Superstars“
Der US-Ökonom Alan B. Krueger beschrieb dieses Phänomen als „Ökonomie der Superstars“. Nur wenige Künstler verdienen den Großteil des Geldes. Große Stars haben viele Superfans, die bereit sind, viel Geld für Tickets auszugeben. Wenn Menschen sparen müssen, entscheiden sie sich eher für ein großes Konzert als für mehrere kleine Shows. Das macht es für kleine Bands noch schwieriger, genug Zuschauer zu finden.
Der „Circle of Life“ der Musikbranche
Johannes Everke vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft erklärt, dass der Live-Musik-Markt ein Ökosystem ist. Große Konzerte finanzieren kleine Acts. Wenn die Gewinne aus großen Konzerten sinken, wird es schwerer, neue Talente zu fördern. Ein Beispiel ist Ed Sheeran, der von kleinen Clubs bis zu großen Stadien begleitet wurde. Ohne diese Unterstützung gäbe es viele heutige Stars nicht.
Warum Konzerte heute anders sind
Früher dienten Tourneen auch dazu, neue Alben zu bewerben. Heute verdienen Künstler den Großteil ihres Einkommens mit Live-Auftritten. Viele etablierte Musiker touren länger, weil sie nicht mehr von Plattenverkäufen leben können. Das führt zu mehr Konkurrenz und weniger Aufmerksamkeit für kleine Bands. Zudem gibt es immer mehr „Residencies“, bei denen Stars wie Shakira oder Harry Styles über Wochen an einem Ort spielen. Das zieht Fans aus aller Welt an, macht aber kleine Konzerte noch unattraktiver.