Die langfristigen Folgen eines Temperatur-Overshoots
Was passiert bei einem Temperatur-Overshoot?
Die Erderwärmung ist ein großes Problem. Manchmal steigt die globale Temperatur vorübergehend über das angestrebte Ziel hinaus. Das nennt man einen Temperatur-Overshoot. Forscher haben herausgefunden, dass selbst wenn die Temperatur später wieder sinkt, einige Teile des Klimasystems nicht sofort zum ursprünglichen Zustand zurückkehren. Besonders betroffen sind die Ozeane und der Permafrost, also der dauerhaft gefrorene Boden in kalten Regionen.
Warum reagieren Ozeane und Permafrost so langsam?
Die Ozeane und der Permafrost reagieren nur sehr langsam auf Temperaturänderungen. Wenn die globale Temperatur steigt, dringt die Wärme tief in die Ozeane ein. Selbst wenn die Lufttemperatur später wieder sinkt, bleibt die Wärme in den tieferen Schichten der Meere gespeichert. Ähnlich ist es beim Permafrost: Einmal aufgetaut, gibt er gespeicherten Kohlenstoff frei, der nicht so schnell wieder gebunden werden kann.
Die Bedeutung von Gradjahren
Forscher der Concordia University haben untersucht, wie sich die Dauer und das Ausmaß eines Overshoots auf das Klima auswirken. Sie nutzten dafür das Konzept der Gradjahre. Ein Gradjahr bedeutet, dass die globale Temperatur ein Jahr lang um ein Grad Celsius über dem normalen Niveau liegt. Die Studie zeigte, dass besonders träge Klimasysteme wie die Ozeane und der Permafrost eine enge Beziehung zwischen den Gradjahren und den verbleibenden Veränderungen aufweisen.
Langfristige Folgen der Erderwärmung
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass ein Temperatur-Overshoot langfristige Folgen hat. Selbst wenn die globale Temperatur wieder auf das ursprüngliche Niveau sinkt, erholen sich die Ozeane und der Permafrost nur teilweise. Die thermische Ausdehnung des Meerwassers, die mittlere Ozeantemperatur und der Sauerstoffgehalt der Meere kehren nur zu etwa 20 bis 25 Prozent in ihren ursprünglichen Zustand zurück. Beim Permafrost ist die Erholung noch geringer. Das bedeutet, dass die Dauer und das Ausmaß der Erwärmung entscheidend sind, nicht nur die höchste erreichte Temperatur.