Ehegattensplitting: Steuerersparnis oder Hindernis für Frauen?
Was ist das Ehegattensplitting?
In Deutschland gibt es eine besondere Steuerregel für Ehepaare: das Ehegattensplitting. Seit 1958 können verheiratete Paare ihre Einkommen zusammenrechnen. Das Finanzamt teilt das gemeinsame Einkommen durch zwei und berechnet die Steuern. Danach wird der Betrag verdoppelt. Das spart Geld, wenn ein Partner viel mehr verdient als der andere.
Warum gibt es Kritik?
Viele Politiker finden die Regel nicht mehr zeitgemäß. Sie sagen, dass das Ehegattensplitting Frauen davon abhält, mehr zu arbeiten. Wenn eine Frau wenig verdient, zahlt das Paar weniger Steuern. Aber wenn sie mehr arbeitet, wird der Steuervorteil kleiner. Finanzminister Lars Klingbeil will die Regel ändern. Er sagt: "Das Ehegattensplitting ist aus der Zeit gefallen."
Wer ist für die Regel?
Bundeskanzler Friedrich Merz ist gegen die Abschaffung. Er sagt: "Die Ehe ist eine Gemeinschaft. Das Einkommen muss gemeinsam besteuert werden." Auch viele konservative Politiker finden die Regel gut. Sie sagen, dass die Ehe steuerlich besonders behandelt werden soll.