Essenszeiten und Herzgesundheit: Wie unregelmäßige Mahlzeiten das Risiko beeinflussen
Der Einfluss von Essenszeiten auf die Gesundheit
Der Zeitpunkt, zu dem wir essen, hängt oft vom Tagesablauf ab. Unter der Woche essen viele Menschen zu festen Zeiten, weil der Arbeitsrhythmus das vorgibt. Am Wochenende verschieben sich diese Zeiten oft, weil man länger schläft oder andere Pläne hat. Diese Unterschiede können den inneren Rhythmus des Körpers stören. Eine französische Studie hat nun untersucht, ob solche unregelmäßigen Essenszeiten langfristig das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Die Studie und ihre Methodik
Forscher der Université Sorbonne Paris Nord haben Daten von über 100.000 Erwachsenen ausgewertet. Die Teilnehmer dokumentierten über Jahre hinweg, wann sie ihre erste und letzte Mahlzeit an Wochentagen und am Wochenende einnahmen. Die Forscher berechneten daraus den sogenannten „Essens-Jetlag“ – die Differenz zwischen den Essenszeiten an Arbeitstagen und freien Tagen. Sie untersuchten, ob ein stärkerer Essens-Jetlag mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden ist.
Ergebnisse: Höheres Risiko bei Männern
Die Studie zeigt, dass Männer, die am Wochenende deutlich früher oder später essen, ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Jede zusätzliche Stunde Unterschied zwischen den Essenszeiten erhöhte das Risiko um 14 Prozent. Für eine bestimmte Herzkrankheit, die koronare Herzkrankheit, war das Risiko sogar um 21 Prozent höher. Bei Frauen fand die Studie keinen statistisch signifikanten Zusammenhang. Allerdings bedeutet das nicht, dass Frauen nicht betroffen sein könnten. Die Forscher betonen, dass weitere Studien nötig sind, um diese Unterschiede zu klären.
Mögliche Erklärungen: Der innere Rhythmus
Die Forscher vermuten, dass die Störung des inneren Rhythmus eine Rolle spielen könnte. Der Körper hat einen etwa 24-stündigen Takt, der durch regelmäßige Abläufe wie Schlaf und Mahlzeiten gesteuert wird. Wenn die Essenszeiten stark schwanken, könnte das diesen Rhythmus durcheinanderbringen. Das könnte langfristig den Stoffwechsel und die Herzgesundheit beeinträchtigen. Allerdings beweist die Studie diesen Mechanismus nicht direkt. Sie zeigt nur, dass es einen Zusammenhang gibt.
Grenzen der Studie
Die Studie hat einige Einschränkungen. Sie ist eine Beobachtungsstudie, das bedeutet, sie kann keine Ursache-Wirkung-Beziehung nachweisen. Es könnte also andere Faktoren geben, die sowohl die unregelmäßigen Essenszeiten als auch das höhere Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erklären. Zudem bestand die Teilnehmergruppe zu 79 Prozent aus Frauen, was die Ergebnisse für Männer weniger repräsentativ macht. Die Forscher weisen auch darauf hin, dass sie nicht genau wussten, welche Tage für die Teilnehmer Arbeitstage waren. Sie gingen einfach davon aus, dass Montag bis Freitag Arbeitstage und Samstag und Sonntag freie Tage sind.