Zwei Europäerinnen nach Geiselhaft befreit
Zwei Europäerinnen nach Geiselhaft befreit
Eine Österreicherin und eine Schweizerin sind nach mehr als anderthalb Jahren Gefangenschaft in Libyen freigelassen worden. Die 69-jährige Österreicherin und die 76-jährige Schweizerin waren im Niger entführt worden. Beide Frauen hatten seit vielen Jahren in der nigrischen Wüstenstadt Agadez gelebt. Sie engagierten sich dort in Bildungs- und Entwicklungsprojekten. Agadez liegt nordöstlich der Hauptstadt Niamey und galt trotz der Konflikte in der Region lange als sicher.
Die Entführung im Niger
Die Österreicherin war im Januar 2025 aus ihrem Haus verschleppt worden, die Schweizerin im April 2025 aus ihrem dortigen Zuhause. Sicherheitskreisen zufolge sollen Mittelsmänner die Frauen damals gekidnappt haben. Anschließend hätten sie die Entführten im Nachbarland Mali an Dschihadisten der Terrororganisation Islamischer Staat in der Sahelzone übergeben. Die genaue Dauer der Gefangenschaft betrug ein Jahr und neun Monate. Die beiden Frauen waren in einer der gefährlichsten Regionen der Welt festgehalten worden.
Die Freilassung in Libyen
Die Freilassung erfolgte in der ostlibyschen Stadt Bengasi. Chalifa Haftar, der im Osten Libyens einflussreiche Befehlshaber der Libyschen Nationalarmee, und sein Sohn Saddam, der stellvertretende Oberbefehlshaber, ermöglichten die Befreiung. Saddam Haftar handelte auf Bitten der Familien der beiden Frauen. Libysche Spezialeinheiten hätten den Transport nach Libyen abgesichert. Die Frauen werden an die Behörden ihrer jeweiligen Länder übergeben, sobald die erforderlichen Verfahren abgeschlossen sind.