Freilassung europäischer Geiseln nach 21 Monaten im Niger
Freilassung europäischer Geiseln nach 21 Monaten im Niger
Nach mehr als anderthalb Jahren Gefangenschaft sind eine Österreicherin und eine Schweizerin in Libyen freigelassen worden. Die 69-jährige Österreicherin und die 76-jährige Schweizerin waren in der nigrischen Wüstenstadt Agadez entführt worden. Beide Frauen hatten seit vielen Jahren in dem westafrikanischen Land gelebt und sich in Bildungs- und Entwicklungsprojekten engagiert. Agadez liegt nordöstlich der Hauptstadt Niamey und galt trotz der regionalen Konflikte lange als relativ sicher. Die Sicherheitslage in der Region hat sich jedoch zuletzt deutlich verschlechtert. Das Land Niger befindet sich in Westafrika und grenzt an mehrere Krisenstaaten.
Die Entführung und Gefangenschaft
Die Österreicherin war im Januar 2025 aus ihrem Haus verschleppt worden, die Schweizerin folgte im April 2025. Sicherheitskreisen zufolge sollen Mittelsmänner die Frauen gekidnappt und anschließend im Nachbarland Mali an Dschihadisten der Terrororganisation Islamischer Staat in der Sahelzone übergeben haben. Die Frauen waren insgesamt ein Jahr und neun Monate lang festgehalten worden. Das Dreiländereck Mali, Burkina Faso und Niger gilt aufgrund der Ausbreitung islamistischer Terrorgruppen als eine der gefährlichsten Regionen der Welt. Dort operieren verschiedene bewaffnete Gruppen. Die Entführung ereignete sich in einer Zeit wachsender Unsicherheit in der gesamten Region.
Die politische Lage in Libyen
Die Freilassung erfolgte in der ostlibyschen Stadt Bengasi. Chalifa Haftar, der Befehlshaber der Libyschen Nationalarmee (LNA), und sein Sohn Saddam, der stellvertretende Oberbefehlshaber, ermöglichten die Befreiung auf Bitten der Familien. Libysche Spezialeinheiten sicherten den Transport. Die Frauen werden nach Abschluss der erforderlichen Verfahren an die Behörden Österreichs und der Schweiz übergeben. Libyen ist seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi 2011 politisch geteilt. Die von den Vereinten Nationen anerkannte Regierung von Abdulhamid Dbeibah regiert in Tripolis, während Haftar mit seiner LNA den Osten und große Teile des Südens kontrolliert. Die LNA wird auch als Libysche Nationalarmee bezeichnet. Die Freilassung wurde von verschiedenen Medien bestätigt.