Gazastreifen: Zwischen Hoffnung auf Frieden und anhaltender Kontrolle der Hamas
Die Ankündigung der Hamas und ihre Folgen
Die Hamas hat vor kurzem angekündigt, die zivile Verwaltung im Gazastreifen aufzulösen. Dies ist eine der Bedingungen eines Friedensplans, der von den USA vermittelt wurde. Doch trotz dieser Ankündigung arbeiten viele Behörden weiter wie gewohnt. Einwohner berichten, dass sie weiterhin dieselben Ämter aufsuchen müssen, um wichtige Dokumente zu erhalten. Für viele Menschen ändert sich also vorerst nichts.
Das Leben unter der Hamas
Die Hamas kontrolliert etwa 30 Prozent des Gazastreifens und bleibt für viele Dienstleistungen verantwortlich. Ein Student namens Evad Saleh erzählt, dass er sein Universitätsdiplom bei der Hamas-Behörde abholen musste, nachdem es im Krieg verloren gegangen war. Eine chronisch kranke Frau, Na'ama Saeed, berichtet, dass sie für eine ärztliche Überweisung auf das Gesundheitsministerium der Hamas angewiesen ist. Beide betonen, dass es keine Alternativen gibt.
Der Friedensplan und seine Hindernisse
Der von den USA vermittelte Friedensplan sieht die Einrichtung eines Nationalen Komitees für die Verwaltung des Gazastreifens (NCAG) vor. Dieses Komitee besteht aus unabhängigen Fachleuten und soll die Verwaltung übernehmen. Allerdings stecken die Mitglieder des Komitees in Kairo fest, da Israel ihnen die Einreise in den Gazastreifen verweigert. Experten wie Ghassan Khatib von der Bir Zeit-Universität kritisieren, dass sich nichts geändert hat und niemand die Aufgaben der Hamas übernimmt.
Die humanitäre Krise
Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist katastrophal. Hilfsorganisationen berichten, dass Israel die Lieferung von Hilfsgütern behindert. Die Hamas wird zudem beschuldigt, humanitäre Einsätze zu stören. Ein UN-Sonderkoordinator verurteilte diese Aktionen scharf. Viele junge Palästinenser, die unter der Herrschaft der Hamas aufwuchsen, sind frustriert. Sie hoffen auf einen Neubeginn, fühlen sich aber von allen politischen Gruppen im Stich gelassen.