Fisker Ocean: Wie eine Community ein gescheitertes Elektroauto rettete
Quelle, an Sprachniveau angepasst Wirtschaft Technik

Fisker Ocean: Wie eine Community ein gescheitertes Elektroauto rettete

Die Insolvenz von Fisker und ihre Folgen

Die Firma Fisker Inc., gegründet vom dänischen Designer Henrik Fisker, meldete vor zwei Jahren Insolvenz an. Mit der Insolvenz wurden auch die Server der Firma abgeschaltet. Das Elektroauto Fisker Ocean ist ein softwarebasiertes Fahrzeug, das regelmäßig Kontakt zu den Servern der Firma benötigt. Ohne diese Verbindung funktionieren viele kritische Systeme nicht mehr, darunter das Infotainment-System, das Akkumanagement, die Airbags, die Bremsen und sogar die Türen. Für die Besitzer bedeutete dies, dass ihre Fahrzeuge unbrauchbar wurden.

Die Gründung der Fisker Owners Association

Etwa 4000 Besitzer des Fisker Ocean wollten sich damit nicht abfinden. Sie gründeten die Fisker Owners Association (FOA), eine Organisation, die sich zum Ziel setzte, die Fahrzeuge wieder funktionsfähig zu machen. Die FOA engagierte Experten, die die Software des Autos durch Reverse Engineering nachbauten. Dadurch konnten die Fahrzeuge wieder genutzt werden.

Reverse Engineering und praktische Lösungen

Die FOA stellte Anleitungen für die Reparatur der Software auf ihrer Website zur Verfügung. Da nicht alle Besitzer in der Lage waren, die Software selbst zu installieren, organisierte die FOA ein Netzwerk von Helfern in Europa und Nordamerika. Diese Helfer fahren zu den Betroffenen und unterstützen sie bei der Installation. Zudem gibt es ein Netzwerk von Servicestationen, die bei der Reparatur helfen. Die FOA organisierte auch Großbestellungen von Ersatzteilen, wie zum Beispiel Funkschlüsseln, um die Kosten zu senken.

Ein neues Ökosystem um den Fisker Ocean

Inzwischen hat sich ein ganzes Ökosystem um den Fisker Ocean entwickelt. Dazu gehört die Integration des Fahrzeugs in das quelloffene Vernetzungssystem Home Assistant. Außerdem gibt es Software, um den CAN-Bus des Fahrzeugs auszulesen und zu analysieren. Diese Entwicklungen machen das Auto nicht nur wieder nutzbar, sondern erweitern auch seine Funktionalität.

Die Rolle von Magna Steyr und Lease America

Der Fisker Ocean wurde von Magna Steyr in Graz, Österreich, gefertigt. Magna Steyr entwickelte auch einen Teil der Software. Die Community geht davon aus, dass das Betriebssystem Ocean OS nicht vollständig quelloffen wird. Nach der Insolvenz von Fisker versuchte der US-Mietwagenanbieter Lease America, die Fahrzeuge zu retten. Lease America kaufte über 3000 Fahrzeuge aus der Konkursmasse und zahlte zusätzlich 2,5 Millionen US-Dollar für den Zugang zur Software. Die FOA vereinbarte zunächst mit Lease America, dass Privatbesitzern der Zugang zur Software erhalten bleibt. Doch dann verlangte Lease America plötzlich, dass die FOA 58 Prozent der Betriebskosten übernimmt. Da die Vereinbarung nicht formal besiegelt wurde, platzte der Deal.

Teilen:

Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Warum wurden die Fisker Ocean Fahrzeuge unbrauchbar?
  2. 2. Was ist Reverse Engineering im Kontext des Fisker Ocean?
  3. 3. Welche Rolle spielt die Fisker Owners Association (FOA)?
  4. 4. Welche Ersatzteile hat die FOA günstiger gemacht?
  5. 5. Was ist Home Assistant und wie wird es mit dem Fisker Ocean genutzt?
  6. 6. Warum platzte der Deal zwischen der FOA und Lease America?
B2 Sprachniveau ändern C2