Griechenland und die Türkei: Alte Konflikte und neue Spannungen
Kurze Entspannung nach dem Erdbeben
Im Februar 2023 gab es ein schweres Erdbeben in der Türkei. Griechenland half der Türkei schnell und umfassend. Diese Hilfe führte zu einer kurzen Phase der Entspannung. Beide Länder unterzeichneten im Dezember 2023 die Athener Erklärung, um freundschaftliche Beziehungen zu fördern. Doch diese Phase der Ruhe dauerte nicht lange an.
Neue Meeresparks als Streitpunkt
Am 15. August rief die Türkei zwei Meeresparks in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer aus. Einer der Parks liegt zwischen den griechischen Inseln Limnos und Samothraki, der andere östlich von Rhodos und umschließt die Insel Kastelorizo. Griechenland reagierte sofort und bezeichnete die Ausweisung der Parks als "rechtswidrig". Das griechische Außenministerium betonte, dass die Parks außerhalb der türkischen Hoheitsgewässer liegen und daher keine rechtliche Wirkung haben.
Der jahrzehntealte Konflikt
Griechenland und die Türkei streiten seit Jahrzehnten über die Seegrenzen in der Ägäis. Es geht dabei um wirtschaftliche Rechte und Ansprüche auf Rohstoffe wie Erdöl. Beide Länder haben in der Vergangenheit immer wieder versucht, ihre Positionen durchzusetzen. Griechenland hatte bereits im Vorjahr Meeresparks innerhalb seiner Hoheitsgewässer angekündigt. Die Türkei hatte damals gefordert, dass einseitige Maßnahmen in der Ägäis vermieden werden sollten. Trotzdem hat die Türkei nun selbst einseitig gehandelt.
Die Rolle der "Mavi Vatan" Doktrin
Griechenland befürchtet, dass die neuen Meeresparks Teil der türkischen "Mavi Vatan" (Blaue Heimat) Doktrin sind. Diese Doktrin erhebt Ansprüche auf ausschließliche Wirtschaftszonen Griechenlands und Zyperns. Zudem stellt sie die Souveränität über zahlreiche griechische Inseln infrage. Die Türkei versucht, diese Ansprüche durch neue Gesetze zu formalisieren. Griechenland sieht darin eine Bedrohung und investiert stark in seine militärische Ausrüstung, um sich zu verteidigen.