Klimaforschung: Grönlands Schmelzwasser und die Stabilität der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation
Bild: Authors of the study: René M. van Westen https://orcid.org/0000-0002-8807-7269 , Michael Kliphuis, and Henk A. Dijkstra · Quelle · CC BY 4.0
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Klimaforschung: Grönlands Schmelzwasser und die Stabilität der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation

Hintergrund: Die Bedeutung der AMOC

Die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (AMOC) ist ein zentrales Element des globalen Klimasystems. Sie transportiert warmes Oberflächenwasser aus den Tropen in den Nordatlantik und sorgt so für das milde Klima in Europa. Gleichzeitig fließt kaltes, salzreiches Wasser in der Tiefe zurück in den Süden. Diese Zirkulation ist essenziell für die Regulation des Klimas in der nördlichen Hemisphäre.

Der Einfluss des grönländischen Schmelzwassers

Durch den Klimawandel schmilzt der grönländische Eisschild zunehmend ab. Das dabei entstehende Süßwasser fließt in den Nordatlantik und verringert dort den Salzgehalt des Meerwassers. Da salzreiches Wasser dichter und schwerer ist, kann diese Veränderung die AMOC schwächen. Frühere Modelle deuteten darauf hin, dass ein kritischer Kipppunkt erreicht werden könnte, an dem die AMOC abrupt kollabiert.

Neue Modellierungen und ihre Ergebnisse

Ein Forscherteam der Politecnico di Torino unter der Leitung von Oliver Mehling hat mit einem hochmodernen Klimamodell untersucht, wie sich das Schmelzwasser aus Grönland auf die AMOC auswirkt. Die Studie zeigt, dass das Schmelzwasser die AMOC bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um zusätzliche 10 bis 20 Prozent abschwächt. Allerdings kommt es nicht zu einem plötzlichen Kollaps, sondern zu einer langsamen, kontinuierlichen Abschwächung, die mit der globalen Erwärmung korreliert.

Reversibilität der AMOC-Abschwächung

Die Forscher haben zudem simuliert, wie sich die AMOC verhält, wenn die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre sinkt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Abschwächung der AMOC reversibel ist. Selbst nach einer starken Abschwächung kann sich die Strömung erholen, wenn die globale Erwärmung gestoppt wird. Allerdings würde dieser Erholungsprozess mehrere Jahrhunderte in Anspruch nehmen.

Langfristige Konsequenzen und Handlungsempfehlungen

Obwohl die Studie zeigt, dass ein plötzlicher Kollaps der AMOC unwahrscheinlich ist, betonen die Autoren die Bedeutung des grönländischen Schmelzwassers für den globalen Meeresspiegelanstieg. Zudem warnen sie davor, die Risiken für das Klimasystem zu unterschätzen. Die Reduktion von CO₂-Emissionen bleibt daher die oberste Priorität, um die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu begrenzen und das Klimasystem langfristig zu stabilisieren.

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Quiz

Mehrere Antworten pro Frage können richtig sein.

  1. 1. Was ist die Hauptfunktion der AMOC?
  2. 2. Wie beeinflusst das Schmelzwasser aus Grönland die AMOC laut der neuen Studie?
  3. 3. Ist die Abschwächung der AMOC reversibel?
  4. 4. Wie lange würde die Erholung der AMOC dauern?
  5. 5. Welche langfristigen Konsequenzen hat das Schmelzwasser aus Grönland neben der Beeinflussung der AMOC?
  6. 6. Was empfehlen die Forscher als wichtigste Maßnahme?

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