Grönlands Schmelzwasser und die Zukunft der Atlantischen Meeresströmung
Das Problem des schmelzenden Eises
Grönland ist bekannt für seine großen Eismassen. Durch den Klimawandel schmilzt dieses Eis immer schneller. Das geschmolzene Eis fließt als Süßwasser in den Ozean. Wissenschaftler untersuchen, wie sich dieses zusätzliche Wasser auf die Meeresströmungen auswirkt.
Die Rolle der AMOC
Die Atlantische Meridionale Umwälzzirkulation (AMOC) ist eine wichtige Meeresströmung. Sie transportiert warmes Wasser aus den Tropen nach Europa und sorgt für ein mildes Klima. Einige ältere Modelle haben gezeigt, dass das Schmelzwasser aus Grönland die AMOC so stark schwächen könnte, dass sie plötzlich aufhört.
Neue Erkenntnisse
Forscher der Politecnico di Torino haben mit einem modernen Klimamodell untersucht, wie das Schmelzwasser die AMOC beeinflusst. Sie fanden heraus, dass das Schmelzwasser die Strömung bis zum Jahr 2100 um 10 bis 20 Prozent zusätzlich abschwächt. Ein plötzlicher Kollaps der AMOC ist aber unwahrscheinlich. Stattdessen wird die Strömung langsam schwächer.
Erholung ist möglich
Die Forscher haben auch untersucht, ob sich die AMOC erholen kann. In einer Simulation haben sie die CO₂-Konzentration in der Atmosphäre reduziert. Das Ergebnis: Die AMOC kann sich langsam erholen, wenn die globale Erwärmung gestoppt wird. Dieser Prozess würde aber Jahrhunderte dauern.