Hitzewellen in Deutschland: Wie wir unsere Wohnungen kühl halten können
Rekordtemperaturen im Juni
Im Juni 2024 gab es in Deutschland eine historische Hitzewelle. An 46 Messstationen in elf Bundesländern wurden über 40 Grad gemessen. So hohe Temperaturen im Juni gab es noch nie. Die Hitze machte vielen Menschen zu schaffen, besonders nachts. In den Wohnungen blieb es oft zu warm, um gut schlafen zu können. Experten warnen: Wenn wir nichts ändern, wird das Problem schlimmer.
Große Fenster – Fluch oder Segen?
Große Fensterfronten sind modern und lassen viel Licht in die Wohnung. Aber sie haben einen Nachteil: Sie heizen die Wohnung auf wie ein Gewächshaus. Thomas Auer, Professor für Gebäudetechnologie, sagt: "Direkte Sonneneinstrahlung ist die Wärmequelle Nummer eins." Besonders Dachwohnungen leiden unter der Hitze, weil Dachfenster mehr Sonne abbekommen. Viele Mietwohnungen haben keine ausreichenden Verschattungsmöglichkeiten wie Rollläden oder Jalousien.
Welche Baumaterialien helfen gegen Hitze?
Die meisten Häuser in Deutschland sind aus Beton. Beton kann viel Wärme speichern und langsam wieder abgeben. Das funktioniert aber nur, wenn es nachts kühl wird. Bei tropischen Nächten, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad fällt, bleibt die Wärme in den Wänden. Zudem ist die Herstellung von Beton schlecht für das Klima, weil viel CO₂ entsteht. Experten empfehlen eine Kombination aus Beton und natürlichen Materialien wie Holz oder Lehm. Lehm reguliert nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit.
Traditionelle Bauweisen als Lösung?
In heißen Regionen wie Andalusien gibt es eine traditionelle Bauweise: Hofhäuser. Diese Häuser haben einen Innenhof, der oft mit Bäumen, Wasser oder Dachüberständen verschattet ist. Das schafft ein angenehmes Mikroklima und ermöglicht eine gute Belüftung. Thomas Auer sagt: "Wir müssen von diesen Bauweisen lernen." Auch in Deutschland könnte man solche Konzepte nutzen, um Wohnungen hitzeresistenter zu machen.