Ig-Nobelpreise 2026: Skurrile Forschungen mit wissenschaftlichem Wert
Die Ig-Nobelpreise: Wissenschaft mit Augenzwinkern
Die Ig-Nobelpreise werden jährlich von der Zeitschrift Annals of Improbable Research vergeben. Sie ehren Forschungen, die zunächst zum Lachen anregen, aber auch zum Nachdenken. Die Preisverleihung ist eine bunte und humorvolle Veranstaltung, die einige Wochen vor der Bekanntgabe der Nobelpreise stattfindet. Ziel ist es, Menschen für Wissenschaft, Medizin und Technik zu begeistern – auch durch ungewöhnliche Methoden.
Skurrile Experimente und ihre Erkenntnisse
Ein Team aus Brasilien und Australien um João Miguel Alves-Nunes erhielt den Ig-Nobelpreis in der Kategorie Biologie. Die Forscher traten vorsichtig auf verschiedene Körperteile von Giftschlangen, um herauszufinden, wann diese zubeißen. Die Studie wurde später zurückgezogen, weil die Methode ethische Bedenken aufwarf. Dennoch zeigt sie, wie kreativ Wissenschaftler vorgehen können.
In der Kategorie Biomechanik wurde eine Studie zur Evolutionsgeschichte des Kusses ausgezeichnet. Die Forscher um Matilda Brindle fanden heraus, dass sich bereits die Vorfahren des Menschen vor Millionen von Jahren küssten. Während ihrer Dankesrede stellten sie ihre Ergebnisse sogar in einem Theaterstück nach.
Deutsche Forscher waren gleich an zwei Preisen beteiligt. Ein Team um Ilona Croy von der Friedrich-Schiller-Universität Jena untersuchte, warum Eltern den Duft von Babys angenehmer finden als den von Teenagern. Eine andere Gruppe vergrub Unterhosen in verschiedenen Ländern, um die Zersetzung durch unterschiedliche Böden zu analysieren.
Ein neuer Veranstaltungsort mit Symbolkraft
2026 fand die Preisverleihung erstmals außerhalb der USA statt – in Zürich, Schweiz. Der Gründer der Ig-Nobelpreise, Marc Abrahams, begründete diesen Schritt mit Unsicherheiten für internationale Gäste in den USA. Die Schweiz wurde gewählt, weil sie stark in Bildung und Forschung investiert und Wissen einer breiten Bevölkerung zugänglich macht. In Zukunft soll die Veranstaltung alle zwei Jahre in Zürich stattfinden, dazwischen in anderen Städten wie beim Eurovision Song Contest.